5,3 Millionen Skype-Nutzer sind keinen Blumentopf wert

Das meint jedenfalls der Schockwellenreiter. Es ist schon bemerkenswert, wie manche nach jedem Strohhalm greifen, um sich damit die gewünschte Realität zurrechtzuflechten.

Mit proprietären Protokollen kann man eben heute keinen Blumentopf mehr gewinnen: Laut einer aktuellen Studie telefonieren weitaus weniger Menschen mit Skype übers Internet, als es die Downloads vermuten lassen.

Dass die 100 Millionen Skype-Downloads nicht mit der Zahl der Nutzer gleichzusetzen ist, kann eigentlich kaum überraschen. 17,4 Millionen Internettelefonierer soll es inzwischen geben. Damit hätte Skype immerhin einen Marktanteil von 30 Prozent. Bedenkt man, welch finanzkräftige Unternehmen hinter den Konkurrenten von Skype stehen, ist das schon ein beachtlicher Erfolg.

Dieser Erfolg basiert wohl im Wesentlichen darauf, dass der proprietäre Standard der Konkurrenz in technischer Hinsicht einiges voraushat. Man kann sich eigentlich nur wünschen, dass Skype weiterhin zulegen kann und es zu keinem „SIP-Monopol“ kommt. Denn so können wir kurze Innovationszyklen erwarten.

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Schockwellenreiter: Mythos Skype

2 Kommentare

  1. Kommentar von Nicole Simon am 14.07.05 12:23:

    Während national Sip und co ja ganz nette Spielzeuge sind, gibt es für die internationale Kommunikation zwischen mir und meinen Kontakten keine Alternative zu Skype.

    Und selbst für national verwende ich mit meinen Kontakten primär Skype – ich will eben nicht nur eine tolle Telefonapplikation, sondern primär Chat und dann schnell mal Telefon.

    Wer jedoch nur durch die kleine VOIP-Brille schaut …

  2. Kommentar von Michael Pietroforte am 15.07.05 21:51:

    Die Chat-Funktion ist gutes Beispiel für die unterschiedliche Philosophie, die hinter Skype und SIP steht. Während Letzteres eigentlich nur ein altes Medium (Telefon) mehr oder weniger 1 zu 1 in das Internet überträgt, hat man sich bei Skype den Bedingungen des neuen Mediums (Internet) angepasst. Weitere Beispiel sind der Peer-to-Peer-Charakter, die Status-Anzeige auf Webseiten oder die Möglichkeit Dateien auszutauschen.

    Hier zeigt sich auch der Vorteil von proprietären Standards. Ohne dass erst langwierige Verhandlungen mit Konkurrenzunternehmen nötig wären, kann man neue Features einführen.