Bei der Süddeutschen Zeitung wird tatsächlich gebloggt

Ich meine damit nicht, dass man das Gerücht in die Welt setzt, jetzt auch ein Weblog zu betreiben. Diese Mär haben uns ja schon einige Verlage aufbinden wollen. Man installiert eine Weblog-Software, schreibt „Weblog“ auf die Startseite, sagt den Herrn Journalisten, dass sie es jetzt auf die Schnelle und Schmutzige machen sollen und schon ist man im Blog-Business.

Aber das funktioniert ungefähr genauso gut, wie wenn man ein paar Blätter Papier zusammenklebt, „Zeitung“ draufpinselt und ein paar frisch magistrierte Geisteswissenschaftler dazu anhält, Journalist zu spielen.

So sind in aller Regel „Verlagsblogs“ doch keine Weblogs, sondern ganz einfach chronologisch sortierte Kolumnen. Denn wenn man einen Journalisten dazu überredet, ein Weblog zu führen, dann wird er in den seltensten Fällen zu bloggen beginnen. Stattdessen wird er das tun, was man ihm beigebracht hat. Er wird also sein „Weblog“ mit journalistischen Beiträgen füllen.

Warum ich glaube, dass das bei der SZ anders werden könnte? Weil es dort schon am zweiten Tag nach dem Start ein echtes Blog-Post gibt. Ich meine den Beitrag von Bernd Graff. „Die Platzhirsche röhren schon – waidwund“ lautet der wirklich treffende Titel. Es ist eine Replik auf einen Verriss über die SZ-Blogs von DonAlphonso, der, wie immer zu solchen Anlässen, seinen tapferen, unermüdlichen Kampf gegen die dunklen Mächte des Blog-Business fortsetzt.

Das Erstaunliche daran ist, dass ein Journalist in einem Verlagsblog tatsächlich auf die Blogosphäre reagiert. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal gesehen zu haben. Zwar fehlt noch der Trackback im DonAlphonso-Blog, aber diese technischen Details wird man schon noch in den Griff bekommen. Schließlich hat man mit Nico Lumma einen kompetenten Berater an der Seite.

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