Über Microsoft, Innovationskraft und Aberglaube

Aber innovativ kann man Microsoft beim besten Willen nicht nennen.

Diesen Kommentar von Siegfried Hirsch auf meinen letzten Beitrag habe ich mir zum Anlass genommen, um mal wieder in vollkommen ungebührlicher Länge gegen diesen Aberglauben zu wettern. Und um falsche Unterstellungen gleich von vornherein zu unterbinden – mir ist die Firma Microsoft absolut schnurz und zwar in jeder Hinsicht. Ich bin ganz einfach nur verdammt allergisch gegen jegliche Art von Aberglauben.

Inzwischen wurde diese These in der deutschen Presse so oft wiederholt, dass viele sie hierzulande schon für a priori wahr halten. Tatsache ist, dass Microsoft schon wegen seiner kaum mehr überschaubaren Größe fast tagtäglich Innovationen bringt. Diese Software-Gigant beschäftigt eine Unzahl der bestbezahlten und klügsten Köpfe in der IT-Branche. Da würde es schon an ein Wunder grenzen, wenn dabei nicht laufend Innovationen herauskämen.

Microsofts Innovationen werden von vielen aber inzwischen als so selbstverständlich hingenommen, dass sie kaum mehr wahrgenommen werden. Anderseits werden neue Produkte von gewissen Lifestyle-Firmen als Innovationen hingestellt, obwohl sie im Grunde ein alter Hut sind. Ein typisches Beispiel ist der iPod. Das einzig wirklich Innovative an diesem Walkman ist wohl die weiße Farbe.

Dass an meiner Theorie etwas dran ist, kann man schon daran erkennen, dass jedes erfolgreiche IT-Produkt, das nicht von Microsoft stammt, den Redmondern als Schwäche ausgelegt wird. Microsoft hat das Geschäft mit den Musikdownloads verschlafen, Microsoft hat das Suchmaschinengeschäft verschlafen, Microsoft hat Tabbed-Browsing verschlafen etc. etc. Offenbar erwarten inzwischen alle, dass alles, was irgendwie nach IT riecht und sich gut verkauft aus dem Hause Microsoft kommen sollte. Hat eigentlich Apple, Oracle oder IBM das Suchmaschinengeschäft verschlafen? Diese These ist mir noch nie untergekommen.

Hätte Microsoft hier aber von Anfang an erfolgreich mitgemischt, wäre das nichts Außergewöhnliches. Schließlich hat Microsoft mit seinem Desktop-Monopol alle Möglichkeiten, um jedes beliebige Produkt zum Erfolg zu führen. So haben Microsofts Kritiker immer Recht, egal ob man in Redmond erfolgreich ist oder nicht. Übrigens, ein gutes Beispiel, dass Microsoft keineswegs auf das Desktop-Monopol angewiesen ist, ist die Xbox.

Viele ärgern sich so sehr über den außergewöhnlichen Erfolg dieser Firma, dass sie jegliche Objektivität verloren haben. Microsoft macht in ihren Augen grundsätzlich immer alles falsch. Die Produkte sind nicht innovativ, zu teuer, nicht standardkonform, unsicher, instabil, haben keine Tabs, sind nur für Hausmütter geeignet etc. etc. Die Liste ist unendlich lang. So soll der Eindruck erweckt werden, dass es die Microsofties einfach nicht drauf haben und all die schönen Milliarden Dollars nur mithilfe unlauterer und illegaler Machenschaften ergaunert werden.

Wer wirklich glaubt, dass man mit ein paar Knebelverträgen ein Software-Imperium aufbauen kann, hat das IT-Geschäft nicht verstanden. Die Leute kaufen die Produkte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und das sind in der IT meistens eben auch die innovativsten. Ich kenne haufenweise Leute, die eine Mordswut auf Microsoft im Bauch haben und auch die These von Siegfried Hirsch sofort unterschreiben würden. Wenn man sie jedoch fragt, welches Betriebssystem auf ihrem PC zu hause läuft, dann lautet die Antwort fast immer Windows XP. Und warum? Na ja, es gibt halt keine echte Alternative.

In den nun nahezu 25 Jahren meiner IT-Laufbahn habe ich es mit unzähligen Microsoft-Produkten zu tun gehabt. Die Behauptung, dass dieses Unternehmen nicht innovativ sei, halte ich ehrlich gesagt für blanken Unsinn. Das Fatale daran ist, dass man so die Redmonder sehr viel kleiner redet als sie wirklich sind. Gerade wenn man Microsoft und seine Bosse nicht mag, sollte man genau das besser lassen. Inzwischen glauben aufgrund dieser Propaganda wohl auch die meisten Konkurrenten Microsofts, dass man gegen diese Firma eh keine Chance hat, weil sie mit ihren fiesen Tricks sowieso alles platt macht.

Sinnvoller wäre es aber, sich die Stärken von Microsoft genau anzusehen und darüber zu reden, anstatt sich auf Verschwörungstheorien zu berufen und unablässig auf die fehlende Innovationskraft hinzuweisen. Wenn das Gespann aus Michael Schuhmacher und Ferrari zu schlagen ist, dann gilt das auch für Bill Gates und Microsoft. Übrigens wurde auch der Erfolg des Ferrari-Piloten von Konkurrenten und Missgönnern immer wieder auf üble Tricks zurückgeführt. Letztlich waren es dann aber wohl eine objektive Analyse und harte Arbeit, die die Konkurrenz wieder Land gewinnen ließ. Wer erfolgreiche Gegner immer nur kleinredet, wird schon auf halber Strecke abgehängt.

19 Kommentare

  1. Kommentar von Siegfried am 22.05.05 20:10:

    Oh, verflixt, ich bin einem Aberglauben aufgesessen.
    Mist, gibt’s für mich noch Rettung?

    Vielleicht verstehen wir beide unter Innovation was anderes.

  2. Kommentar von HW am 22.05.05 20:21:

    Der Artikel führt wunderbare Beispiele an, was Microsoft verschlafen hat: Suchmaschinen, Internet allgemein (man erinnere sich an Zeiten, wo es aus dem Hause Microsoft kein Gegenstück zum Netscape Navigator (oder wie der vorher hieß) gab), Tabbed Browsing, Musikdownloads. So. Ich hätte jetzt mal eine Liste der Innovationen aus dem Hause Microsoft mit ähnlichem Kaliber, aber bitte Dinge, die allgemeinen Stellenwert haben, nicht nur in der Microsoft/Windowswelt. Innovation heißt aber auch, das sie es nicht nur „nachgebaut“ habe, ich hoffe, wir sind uns wenigstens da einig.

    H.W.

  3. Kommentar von Lazerte am 23.05.05 18:12:

    Nur mal zum zentralen Thema Desktop: Lieber Wolfgang Sommergut, einfach mal die Herrenfahrer-Handschuhe anziehen und einen Macintosh SE mit System 7.0 aus dem Jahre 1991 (!) probefahren. Das kann man schön im Netz machen, nämlich hier:
    http://myoldmac.net/webse.htm (Auf den Textlink „Test drive a Macintosh“ klicken)

    Und jetzt erinnern wir uns mal, was Bilie 1991 am Start hatte: Windows 3. Mit diesem Ungetüm musste ich damals Tag für Tag arbeiten, und ich hatte keine Ahnung, was man mit einem PC sonst noch machen kann außer eine Textverarbeitung starten und sich die Dateien in irgendwelchen Verzeichnislisten angucken. Wow, als ich zum ersten Mal System 7 gesehen hab, kam mir das vor wie eine Offenbarung. Jaja, ich weiß, Apple hat die grafische Benutzeroberfläche auch nicht selbst erfunden, aber das macht die Sache für Microsoft auch nicht besser. Und bei der Produkteinführung von Windows 95 waren sie dann auf einmal da, die großen Microsoft-Visionen: Oh, look, es hat einen Schreibtisch! Und oh, sogar einen Papierkorb, wo man Dokumente mit der Maus direkt reinziehen kann! Oh, Microsoft hat den Computer neu erfunden! Lächerlich. Wie gesagt, System 7: 1991. Windows 95: 1995.

    Oder einfach mal wieder nachlesen, was Herr Gates Mitte der Neunziger vom Internet hielt. Das ähnelt den Ansichten, die Kaiser Wilhelm über Automobile hatte: „Eine vorübergehende Erscheinung – die Menschen werden bald wieder den Wert von Pferden erkennen.“

    Und doch noch eins vielleicht:
    „Ein typisches Beispiel ist der iPod. Das einzig wirklich Innovative an diesem Walkman ist wohl die weiße Farbe.“

    Das Innovative am iPod ist ganzheitliches Denken in Produktentwicklung und Marketing. Die Fähigkeit, einen MP3-Player nicht einfach wie ein Techniker als ein Stück Hardware zu betrachten, das soundsoviel MB Speicherplatz hat und dabei soundso groß und außen weiß ist. Sondern den Anwendern mit iTunes gleich noch die Software und die Internet-Plattform dazu geben, um das Teil legal mit Musik zu befüllen. Ich bin sehr beruhigt, dass man in Redmond für so etwas offensichtlich keine Fühler hat…

  4. Kommentar von Michael Pietroforte am 23.05.05 18:51:

    @Siegfried
    Ob es noch Rettung gibt, hängt in erster Linie davon ab, wie viele Emotionen bei diesem Thema aufkommen. Bei vielen sitzt die Wut so tief, dass jegliche Objektivität abhanden gekommen ist und auch kaum Aussicht auf Besserung besteht.

    Dass wir unter „Innovation“ etwas anderes verstehen, ist nicht unwahrscheinlich. Viele verwechseln ja die Begriffe „innovativ“ und „erfinderisch.

    @H.W.
    Microsoft hat meiner Ansicht noch nie wirklich etwas verschlafen. Ein Unternehmen mit etwa 2,5 Milliarden Dollar Gewinn pro Quartal kann per definitionem nicht viel falsch gemacht haben. Oder wünschen wir uns, dass Microsofts Quartalergebnis schon bei 10 Milliarden Dollar liegen sollte?

    Man kann in der Tat innovativ sein, wenn man immer nur das nachmacht, was andere vormachen. Denn eine Innovation ist nichts anderes als die Einführung einer fortschrittlichen Neuerung und eben nicht deren Erfindung. Die Aufzählung aller Microsoft-Erfindungen würde allerdings auch einen dicken Wälzer füllen. Bei einem Forschungsetat in der Größenordnung von 5 Milliarden Dollar muss man sich darüber auch nicht wundern. Das ist etwa die Hälfte von dem, was der Bund für Bildung und Forschung ausgibt.

    Besonders hervorgetan hat man sich über die Jahrzehnte hinweg im Bereich der Usability. Ohne Microsoft wäre der PC vermutlich niemals so schnell zu einem Massenprodukt geworden. Diese Firma hat hier wirklich Außergewöhnliches geleistet. Selbst das Internet hätte es ohne die zahlenlosen Windows-PCs in den Wohnzimmerstuben kaum so weit gebracht. Das beeindruckendeste Produkt der letzten Jahre ist ohne Zweifel .NET. Natürlich hat man hier viel von Java abgekupfert, dennoch dürften hier ein Großteil der Forschungsgelder der letzten Jahre geflossen sein. Dementsprechend beeindruckend ist auch das Ergebnis und entsprechend weitreichend werden auch die Konsequenzen für die IT der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein.

    Umgekehrt würde mich interessieren, welche Softwareunternehmen in puncto Innovationskraft und Erfindungsreichtum mit Microsoft derzeit mithalten können. Übrigens, ein „i“ vor alle seine Produktbezeichnungen zu setzen, alle seine Produkte weiß anzumalen oder veraltete Computertechnik in ein kugelförmiges Gehäuse zu packen betrachte ich nicht als innovative IT. Da war allenfalls innovatives Marketing am Werk.

  5. Kommentar von Lazerte am 23.05.05 20:40:

    *räusper* Sollte natürlich heißen „Lieber Michael Pietroforte“. Kommt davon, wenn man zu viel parallel liest 🙂 Tschuldigung.

  6. Kommentar von Siegfried am 23.05.05 22:47:

    Ich hab überhaupt kein Problem mit dem Erfolg von Microsoft. Aber ich denke schon, dass ich unter innovativ mehr den Innovationsgedanken mit Erfindung verbunden habe.
    Aber Microsofts Innovationen sind wohl mehr in der erfolgreichen wirtschaftlichen Umsetzung von bereits vorhandenen Ideen zu suchen. Aber wohl nicht nur, wie ich jetzt gelernt habe.
    Vielen Dank für die Erleuchtung.
    Aber die kleinen Spitzen gegen das Unternehmen, das sich mit den i’s wieder aus dem Sumpf gezogen hat, na ein klein wenig würde ich das – insbesondere nach der obigen Defition – schon als innovativ bezeichnen.
    Aber bitte nicht gleich wieder hauen 😉

  7. Kommentar von Michael Pietroforte am 24.05.05 08:12:

    @Lazerte
    Ich glaube die Verwechselung in diesem Zusammenhang wird Herrn Sommergut überhaupt nicht gefallen 😉

    Beim iPod hat in der Tat das Gesamtkonzept den Erfolgt gebracht. Allerdings stecken weder eine geniale Erfindung noch besondere Innovationen dahinter. Genial war allerdings die Vermarktung. Dies scheint mir auf viele Apple-Produkte zuzutreffen. Ich bin immer wieder erstaunt, was man mit einem bisschen stylischem Design alles erreichen kann.

    @Siegfried
    Ich haue doch niemanden. Ich gebe hier nur meine Meinung wieder und das halt ziemlich deutlich. Das sollte man aber nicht persönlich nehmen.

    Das „i“ war tatsächlich innovativ. Allerdings hat das relativ wenig mit innovativer IT zu tun. Apples Marketing- und Designabteilung sind halt spitzenklasse.

  8. Kommentar von Lazerte am 24.05.05 09:06:

    Ja, ich hab auch schon ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber Wolfgang Sommergut 😉

    „Apples Marketing- und Designabteilung sind halt spitzenklasse.“

    Das stimmt, und ist doch zu kurz gegriffen. Der Witz bei Apple besteht nicht einfach nur darin, den Produkten eine stylische Fassade zu geben oder nen Eimer weiße Farbe drüberzukippen. Nehmen Sie mal die iMacs, die Sie als veraltete Technik im Kugelgehäuse bezeichnen. Aber die Technik an sich interessiert nur ein paar Nerds. Zum Teufel mit Taktraten. Ich arbeite hier wesentlich produktiver mit einem alten G4/ 400 MHz als mit dem Athlon 1600, der daneben steht, nur im Notfall eingeschaltet wird und langsam verstaubt, weil mich sein sogenannten Betriebssystem einfach nur abnervt.

    Was mich als Anwender interessiert, ist, ob ich das Ding bedienen kann, ohne mir einen Kopf zu machen. Und da ist der Mac dem „Marktführer“ immer noch meilenweit voraus. Seit über einem Jahrzehnt mache ich immer wieder die gleiche Erfahrung: Setze einen unvoreingebommenen Menschen, der am Rechner einfach nur effizient arbeiten will, an einen Mac und nach einer Woche hast du einen Switcher. Nicht weil die Dinger bunt und stylisch sind. Sondern weil sie für Otto Normaldau einfacher zu beherrschen sind als Windows.

    Das können Sie jetzt ruhig Marketinggags nennen – ich nenne es die einzige _Innovation_, die wirklich zählt: dafür zu sorgen , dass ein PC im Zeitalter der unbegrenzten technischen Möglichkeiten bedienbar bleibt. Und genau da muss Microsoft noch ne ganze Menge lernen.

  9. Kommentar von alex am 28.05.05 19:39:

    @Lazerte: bei einem mac braucht der user 1 woche, bei windows höchstens 1 tag. sonst würden doch alle mac kaufen. hab auch mal einen mac benutzt, kann nichts gutes drüber sagen. schlecht langsam und teuer. ich würde ihn am liebsten mit der 1-tasten maus wegschmeissen

    @Michael Pietroforte: ich glaub die vermartungsleute von microsoft sind denen von apple sehr weit überlegen. vergleiche mal die anzahle der macOS und der Windows benutzer.

    @H.W. du scheisse. apple hat auch suchmaschinengeschäft verschlafen. und was ist mit dem antivirusgeschäft. ist da apple auch vorne mit dabei. microsoft braucht das nähmlich nicht.

    ich finde den ms hass scheisse. ich finde man soll microsofts leistungen respektieren, genau so wie die von apple und von den anderen firmen. ich hab auch macos und linux benutzt. aber windows ist unschlagbar. alle anwendungen die man brauch, auch sehr viele freeware! auch wenn windows ohne antivirus und firewall virengefärdet ist.

  10. Kommentar von Michael Pietroforte am 28.05.05 20:33:

    @alex
    Ich habe zwar schon lange nicht mehr auf einem Mac herumgeklickt, aber in Sachen Benutzerfreundlichkeit gab es eigentlich nie Anlass zur Beschwerde. Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass bei Apple Usability mit Funktionsarmut einhergeht. Das spielt bei dieser Zielgruppe aber eigentlich keine große Rolle. Apple war von jeher der Jaguar der Computerbranche – wenig Funktionalität, teuer, elitär, dafür aber klasse Design. Viele Leute lassen sich durch das teilweise futuristische Design blenden und verbinden damit Innovationskraft. Das es mit Apples Vorreiterrolle nicht weit her ist, kann man z.B. diesem Testbericht zu Tiger entnehmen:
    http://www.channelregister.co.uk/2005/05/26/tiger_ui_review/

    @Lazerte
    Tut mir sorry, aber wie man auf einem Rechner mit 400 Mhz CPU produktiv arbeiten kann, ist mir schleierhaft. Auf so einem Ding läuft eigentlich nur noch Software von anno dazumal, die vielleicht vor ein paar Jahren als produktiv galt. Aber wenn man einen Jaguar fährt, muss es ja nicht unbedingt immer schnell gehen. 😉

  11. Kommentar von Margot am 31.05.05 18:41:

    Apple kommt hier IMHO etwas schlecht weg. Wer hat denn schon eine komplette Produktlinie mit 64-Bit-CPU und passendem OS im Portfolio? Microsoft? Leider noch keine Treiber für mein SATA-Raid im Windows Server 2003… Außer G5 mit MacOS gibt es leider noch keine breit verfügbare Plattform, die wirklich rund läuft. Und bevor die Linux-Fraktion jetzt Sturm läuft: So ganz bug-frei sind die x64-Implementierungen auch noch nicht.

    Also bitte: Apple ist schon ein bisserl mehr als eine aufgeblasene Marketing-Maschine.

  12. Kommentar von Michael Pietroforte am 31.05.05 21:30:

    Ok, ein bisserl vielleicht, aber nicht allzu viel. 😉
    Ich denke, dass sich Microsoft bislang dem Thema 64 Bit nicht ernsthaft gewidmet hat, weil es noch keinen Massenmarkt dafür gab. Mit fehlender Innovationskraft hat das also nichts zu tun. Würden sich auch andere Firmen mehr darauf konzentrieren anstatt auf Randgruppen und Gimmicks, hätten wir wahrscheinlich kein Monopol bei den Desktops.

  13. Kommentar von Margoth am 1.06.05 10:31:

    Bitte???? 64-Bit kein Massenmarkt??? Schon mal ein RZ von innen gesehen??? Und schon mal versucht, den Windows-Server für x64 auf Standard-HW zu installieren??? Was ich hier mit einem Xserver der aufgeblasenen Marketing-Maschine in etlichen Minuten mache, kann ich auch in wenigen Stunden mit Windows auf Opteron-Servern erledigen.

  14. Kommentar von alex am 1.06.05 16:33:

    @margoth. wozu brauch ich einen windows server, als normalverbraucher. das ist auch das was ich meine. als normalverbraucher brauch ich so was nicht. windows reicht mir schon aus, sograr mehr als genug. auch wenn eine mac so gut ist, hab ich keine lust dafür mehr als 1000€ auszugeben, keine upgrade möglichkeiten für hardware zu haben und auf die meisten software und spiele zu verzichten.

  15. Kommentar von DefaultUser am 1.06.05 16:54:

    @alex: Massenmarkt meint nicht nur den Endverbraucher mit seinem heimischen PC. Knete macht die Branche doch zur Zeit vor allem mit Low-End-Servern. Vor kurzem gab es da ganz nette Zahlen von IDC…

  16. Kommentar von Michael Pietroforte am 1.06.05 23:17:

    @Margot
    Im Vergleich zum Desktop-Bereich ist der Markt für 64-Bit-Systeme im RZ kein Massenmarkt, im Vergleich zum Markt für Computer in kugelförmigen Gehäusen schon 😉 Soweit ich das sehe, bringt 64 Bit vor allem mehr Speicher. Bislang war der Bedarf für solche Systeme vergleichsweise gering. Das ändert sich gerade und deshalb bemüht man sich jetzt bei MS mehr um diesen Markt. Zudem war MS bisher technisch noch nicht so weit, um bei den Großen im RZ mitspielen zu können. Auch das ändert sich gerade. Übrigens bezweifle ich das Apple in diesem Markt trotz „kompletter Produktlinie mit 64-Bit-CPU“ eine nennenswerte Rolle spielen wird.

  17. Kommentar von André Fiebig am 3.06.05 12:56:

    Ich lese in Ihrem Beitrag in dem Sie die Innovationskraft von Microsoft bejahen wenig konkretes.

    Ich glaube Ihnen gerne, dass Microsoft innovativ ist, aber warum belegen Sie dies nur mit leeren Worten (und ziemlich vielen davon) und nicht mit konkreten Beispielen und deren Zusatznutzen?

  18. Kommentar von Michael Pietroforte am 3.06.05 16:16:

    Mein Beitrag sollte eigentlich keinen Beleg für Microsofts Innovationskraft liefern. Es ging vielmehr um den Aberglauben, den viele Leute in diesem Zusammenhang haben. Nachdem Sie ja scheinbar diesem Aberglauben nicht unterliegen, lohnt sich die Mühe dafür ja auch nicht. 😉 Im Allgemeinen bringt das sowie nichts. Wenn jemand etwas glaubt, weil er es glauben will, helfen auch Argumente meistens nichts. Die Frage, ob Microsoft nun innovativ ist oder nicht, halte ich übrigens nicht für besonders spannend. Viel interessanter finde ich die Frage, warum Microsofts Gegner diese Firma ständig unterschätzen.

  19. Kommentar von Chris am 11.10.07 05:18:

    Hier einige Microsoft Innovationen:

    Benutzeroberfläche AERO (Windows Vista), Neue Technologien im webbasierten E-Mail (WEB 2.0), Spielkonsolengamen übers Internet mit Leuten aus der ganzen Welt (X-Box Live), Touch-Screen Computer für öffentliche Räume (Microsoft Surface), Neue Internet-Technologien (Silverstar, Ajax), Wasserzeichen für Audiodateien (Ablösung des unangenehmen DRM), Handschrifterkennung (TabletPC), Gleicher LogIn für viele Internet-Dienste (Passport), Erster PC fürs Wohnzimmer (Windows Media Center), Softwareapplikation zur Anzeige von Informationen ohne den PC einzuschalten (z.B. E-Mail-Eingänge), Fingerdruck statt Passwort für LogIn an PC, Einfache Beziehungen zu Onlinediensten und Internetservices (Windows CardSpaces), Ribbons statt Menüs (Office 2007, Automatische Anpassung an Benutzer)

    Damit nenne ich einige Microsoft Innovationen der letzten Zeit, es gäbe sicher noch einige mehr.

    Gruss
    chris