Haushaltsroboter als Dolmetscher
Japanische Firmen sind bekannt dafür, hin und wieder Produkte zu entwickeln, die auf den ersten Blick etwas spleenig – oder visionär – wirken. Zu dieser Kategorie zählen Roboter, die als Hilfe im Haushalt oder einfach als „Spielzeug“ und Unterhalter dienen. Ebenso wie Sony mit dem Aibo ist auch NEC auf diesem Gebiet aktiv. Der japanische Konzern hat nun mit dem PaPeRo (Partner-Type Personal Robot) einen “Blechkameraden” vorgestellt, der als Dolmetscher eingesetzt werden kann. Er übersetzt Wörter und Sätze aus dem Japanischen ins Englische und umgekehrt.

Spricht zwei Sprachen: Der Roboter „PaPeRo“ von NEC übersetzt Texte aus dem Japanischen ins Englische und umgekehrt. (Bild: NEC)
Der Wortschatz des PaPeRo umfasst 50 000 japanische Begriffe und 25 000 englische Wörter. Über ein Mikrofon nimmt der Roboter die Wörter auf und leitet sie an ein Sprachverarbeitungssystem weiter. Da der PaPeRo nur etwa 30 Zentimeter groß ist, war es NEC zufolge erforderlich, die Hard- und Software für diese Komponente möglichst kompakt zu halten. Die Kommunikation mit dem kleinen Kerl ist derzeit allerdings noch ein wenig umständlich: Wer sich mit PaPeRo unterhalten möchte, muss dazu ein Mikrofon in die Hand nehmen. NEC arbeitet jedoch an einer Version, die es dem User erlaubt, sich "freihändig" mit dem Roboter zu unterhalten.
Die Sprachverarbeitungstechnik von NEC findet allerdings nicht nur im PaPeRo Verwendung. Vom 5. bis zum 7. Februar wird der Hersteller das Japanisch-Englisch-Übersetzungssystem auf dem Großflughafen Narita in Tokio zeigen. Reisende haben dort die Möglichkeit, das System mit dem Namen „Travel Interpreter“ zu testen. Den Rahmen dafür bildet das Projekt E-Airport Narita. Es wurde vom Ministerium für Infrastruktur und Transport initiiert und soll einen Eindruck davon vermitteln, wie mithilfe moderner IT- und Kommunikationstechnik Reisenden das Leben erleichtert werden kann. Ein Teil davon sind Übersetzungsprogramme sowie elektronische Reiseführer und Ratgeber, die auf Personal Digital Assistants laufen. Sie sollen vor allem Gästen aus dem Ausland das Leben leichter machen.
NEC will das Spracherkennungs- und Übersetzungssystem bis Ende des Jahres zur Serienreife weiterentwickeln. Dann soll es auch weitere Fremdsprachen beherrschen. Der kleine PaPeRo könnte sich dann zu einem richtigen „Sprachengenie“ entwickeln.
Verfasst von: Bernd Reder am 24.01.04, 18:37
