Sun mit speziellem Server für Online-Games
Den Prototypen eines Servers, der speziell für Online-Games ausgelegt ist, wird Sun Microsystems nach einem Bericht von Siliconvalley.com heute der Öffentlichkeit vorstellen. Das System soll vor allem ein Problem lösen, mit dem sich die Anbieter und Nutzer von Online-Spielen derzeit herumschlagen müssen: die Beschränkung auf maximal 3000 User pro Server. Bei konventionellen Systemen, die beispielsweise als File- oder Web-Server dienen, ist das nach Angaben von Sun die Obergrenze.

Bei Online-Spielen wie "Everquest" ist das Limit von 3000 Usern pro Server störend. Sun bringt daher spezielle Systeme für Online-Spiele-Hoster auf den Markt. (Bild: Sony/Everquest)
Bei opulenten Online-Games wie etwa "Final Fantasy", "Star Wars Galaxies" oder dem Fantasy-Rollenspiel "Everquest" von Sony kommen jedoch schnell mehr User zusammen. Everquest beispielsweise zählt mittlerweile mehr als eine halbe Million Online-Nutzer. Diese musste Sony bislang immer auf "Territorien" mit jeweils 3000 Spielern verteilen. Der Nachteil dabei ist, dass User in unterschiedlichen Territorien nicht miteinander spielen oder kommunizieren können. Mit den neuen Systemen, die auf der "Fire"-Blade-Server-Familie von Sun aufsetzt, soll das nun möglich sein.
Die Marktforschungsfirma Themis Group erwartet, dass der Markt für Online-Spiele in diesem Jahr weltweit ein Volumen von 1,4 Milliarden Dollar erreicht. Davon entfallen 1,1 Milliarden auf Online-Abonnements von Spielen wie Everquest oder Final Fantasy. Bis 2008 soll der Markt auf mehr als 4 Milliarden Dollar anwachsen. Aus diesem Grund fordern die Anbieter von Online-Spielen von den Hardware-Lieferanten Systeme, die den dedizierten Anforderungen in diesem Bereich gerecht werden.
Speziell Sun, das in seinem Stammgeschäft Server in den vergangenen Jahren Marktanteile eingebüßt hat, kann es sich nicht erlauben, die Online-Gamer zu verprellen. Denn mit IBM und Hewlett-Packard stehen Konkurrenten Gewehr bei Fuß, die Sun beerben möchten. Sie können Server in unterschiedlichen Preis- und Leistungsklassen anbieten, die zudem mit diversen Prozessoren und Betriebssystemen wie Windows Server 2003, Linux oder den hauseigenen Unix-Derivaten bestückt sind.
Verfasst von: Bernd Reder am 22.03.04, 16:04
