Intel verleibt sich israelischen Wireless-LAN-Spezialisten ein
Nach einem Bericht des israelischen Online-Newsdienstes The Marker hat Intel für 40 Millionen Dollar die Chip-Schmiede Envara übernommen. Die israelische Firma ist ein so genannter "Fabless" Halbleiterproduzent, der Chipsets designt, aber nicht selbst fertigt.

Gehören wohl bald zu Intels Produktportfolio: Die Wireless-LAN-Chipsets der israelischen Firma Envara, die der US-Konzern übernehmen will. (Bild: Envara)
Envara hat sich auf Bausteine für die Standards IEEE 802.11a und g spezialisiert. Sie nutzen die Frequenzbereiche 5 Gigahertz und 2,4 Gigahertz, um Daten mit einer Brutto-Rate von bis zu 54 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zu übertragen. Zu den bekanntesten Kunden von Envara zählen unter anderem Zyxel, die sich seit einigen Monaten verstärkt als Anbieter von WLAN-Produkten profiliert, sowie Liteon.
Zu den "Highlights" des Produktportfolios von Envara gehört der EN303. Der hoch integrierte Baustein ist für die drahtlose Datenkommunikation im 5-GHz- und 2,4-GHz-Band ausgelegt. Vermutlich war das Know-how auf diesem Gebiet, das Intel dazu bewogen hat, das Unternehmen zu schlucken. Zwar hat IEEE 802.11a (5 GHz) bislang nicht den Erfolg erzielt, den sich die Normierungsgremien und die Hersteller erhofft haben. Dennoch wäre es verfrüht, die Technik abzuschreiben. Speziell in Nordamerika haben Wireless-LAN-Komponenten, die auf diesem Standard aufsetzen, etliche Abnehmer gefunden.
Es ist davon auszugehen, dass die Expertise der Israelis unter anderem in neue "Centrino"-Chips von Intel mit einfließen wird, die in mobilen Rechnern Verwendung finden. Intel tat sich ja bekanntermaßen etwas schwer, WLAN-Komponenten zu entwickeln. Mehrfach kam es zu Verzögerungen, sodass der Halbleiter-Riese gegenüber Firmen wie Atheros oder Broadcom an Boden verlor.
Verfasst von: Bernd Reder am 26.03.04, 12:05
