Amerikanische Behörde will Bordkarten mit Funketiketten einführen

Auf heftige Kritik von Bürgerrechtsbewegungen sind nach einem Bericht von Computerworld Pläne der amerikanischen Transport Security Administration (TSA) gestoßen, von den Fluglinien zu verlangen, ihre Bordpässe mit Funketiketten (RFID Tags, Radio Frequency Identification) auszustatten. Auf diese Weise sollen Sicherheitskräfte kontrollieren können, in welchen Bereichen des Flughafens sich die Passagiere wie lange aufhalten.

Die Behörde "verkauft" den Vorstoß damit, dass zudem mithilfe der Technik die Sicherheitskontrollen und das Einchecken von Fluggästen beschleunigt werden könnten. Passagiere mit RFID-Tickets hätten die Option, sich in einer "Hochsicherheits"-Wartetschlange einreihen und würden dann schneller als Otto Normalflieger abgefertigt. Allerdings müssten die Fluggäste der TSA im Vorfeld detaillierte persönliche Angaben liefern.

Kritiker vermuten, dass diese Informationen in eine zentrale Datenbank eingespeist und auf die Funk-Etiketten übertragen würden. Ein Lesegerät könnte diese Daten dann beim Passieren der Sicherheitsschleuse miteinander vergleichen. Das wollte die TSA jedoch nicht bestätigen. Vertreter der Behörde blieben dabei, dass die Tags nur dazu dienten sollten, die Bewegungen von Passagieren auf dem Flughafengelände zu beobachten und dadurch potenziellen Terroristen auf die Spur zu kommen.

Auch wenn noch nicht feststeht, ob sich die TSA mit ihrem Vorschlag durchsetzen wird, zeigt das Beispiel, dass die "Sucht nach Sicherheit" in den USA immer merkwürdigere Blüten treibt. Speziell im Fall der RFID-Flugtickets droht die Gefahr, dass auch die europäischen Behörden und Fluglinien nolens volens auf diesen Zug aufspringen müssen. Denn sobald die Technik auf US-Airports vorgeschrieben sein sollte, müssen auch ausländische Fluggesellschaften diese einsetzen. Sonst riskieren sie, die Landerechte auf amerikanischen Flughäfen zu verlieren. Und was spräche dann dagegen, RFID-Bordkarten und -Lesegeräte auch in Amsterdam, London oder Frankfurt zu verwenden?

Verfasst von: Bernd Reder am 03.04.04, 13:48
Kommentare

Die sollten gleich allen Passagieren einen ewigen Strichcode auf den Nacken brennen. Willkommen 1933 und 1984.


Verfasst von: Jim am 03.04.04, 15:04
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