Mit Web-Services Hardware im Netz erkennen und installieren

Neue Details zur Web-Services-Technik "WS-Discovery", die Microsoft, Intel, Canon und BEA im Februar vorgestellt haben, präsentierten die Unternehmen auf der "Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC).

Zusammen mit den Druckerherstellern Ricoh und Lexmark stellten sie erste Geräteprofile für WS-Discovery vor. Damit sollen Rechner in einem lokalen Netz oder einem Firmen-Intranet automatisch Drucker, mobile Systeme wie PDAs und Mobiltelefone, Digitalkameras oder MP3-Player erkennen können, die sich im selben Netz befinden. So es der User will, lädt sein Rechner dann die entsprechenden Treiber und Konfigurationseinstellungen und kann auf diese Systeme zugreifen.

Obwohl Vertreter von Intel und Microsoft auf der Konferenz betonten, WS-Discovery sei nicht nur für Firmen, sondern auch den Heimanwender interessant, dürften vor allem Unternehmen davon profitieren. Vor allem für die IT-Abteilungen könnten solche Web-Dienste eine Erleichterung bringen. Denn dank der Geräteprofile ist es dann nicht mehr notwendig, jedes einzelne System im Netz zu konfigurieren.

Für den Privat-User dürfte die Spezifikation dann interessant werden, wenn er zu Hause ein (drahtloses) Netz aufbaut, das nicht nur Rechner und Peripheriegeräte wie Drucker miteinander verbindet, sondern auch DVD-Player oder die Stereoanlage. Speziell Intel und Microsoft sehen in solchen Home Networks bekanntlich einen lukrativen Markt. Laut Intel sind die ersten Systeme mit WS-Discovery-Funktionen etwa 2006 oder 2007 zu erwarten.


WS-Discovery ist, zumindest nach Angaben seiner Schöpfer, eine Ergänzung zum Universal Description Discovery and Integration Protocol. UDDI ist quasi ein Branchentelefonbuch, in dem alle verfügbaren Web-Services aufgeführt sind. Es setzt jedoch eine permanente Verbindung zu einem Netz beziehungsweise dem Internet voraus. Bei mobilen Geräten, wie etwa Notebooks oder PDAs, ist das aber nicht der Fall. Mit WS-Discovery sollen solche Systeme ad hoc abfragen können, welche Services für sie zur Verfügung stehen. Außerdem geht die Technik angeblich sparsamer mit Ressourcen wie der Übertragungsbandbreite um als UDDI.

In eine ähnliche Richtung wie WS-Discovery zielt das JXTA-Projekt, das maßgeblich von Sun Microsystems unterstützt wird. Mit JXTA lassen sich Sensoren, mobile Systeme, PCs, Server und andere Geräte in ein Peer-to-Peer-Netz integrieren. Sie bilden dann eine Art "Distributed Networking"-Architektur. Während JXTA ein Open-Source-Projekt ist, halten Intel, Microsoft und Co. die Details zu WS-Discovery unter Verschluss.

Hier noch ein paar Links zu Informationsquellen zu Web-Services:

Details zu UDDI sind auf der offiziellen UDDI-Web-Site zu finden.

Gut, aber ziemlich tief gehend beschreiben David Booth, Hugo Haas und andere die Grundlagen einer Web Services Architecture. Den Aufsatz verfassten die Autoren für das World Wide Web Consortium (W3C). Die Organisation hat einen Großteil der technischen Grundlagen von Web-Services erarbeitet.

Eine Übersicht über Web-Service-Spezifikationen hat Microsoft zusammengestellt.

Verfasst von: Bernd Reder am 06.05.04, 15:50
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