Microsoft: "Virtual PC" für Macintosh kommt mit Verspätung
Noch einige Monate gedulden müssen sich Benutzer von Macintosh-Rechnern von Apple, welche die Virtualisierungs-Software Virtual PC 7 for Mac von Microsoft einsetzen möchten. Das Unternehmen gab bekannt, dass sich die Auslieferung des Programms verzögert. Der Grund: Es seien mehr Tests notwendig, als ursprünglich geplant. Eine weitere bittere Pille für Macintosh-User ist, dass mit Virtual PC 7 auch Office 2004 mit Verspätung auf den Markt kommt, weil die Virtualisierungs-Software Bestandteil des Paketes ist.
Mithilfe von Virtual PC kann der User auf seinem Mac einen Windows-Rechner emulieren, inklusive der entsprechenden Anwendungen. Mit Virtual PC 2004 bietet Microsoft ein vergleichbares Produkt für Windows-Rechner an. Das Programm lässt sich auf einem Rechner unter Windows 2000 Professional oder Windows XP Professional installieren und emuliert Gastbetriebssysteme wie DOS 6.22, Windows 95/98/ME, NT 4.0 und OS/2. Allerdings konnte sich Microsoft bislang noch nicht dazu durchringen, auch Linux zu unterstützen.
Mit Virtualisierungs-Software wie der von Microsoft oder VMware ("Workstation 4") können Anwender mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner installieren, ohne dass sich diese "ins Gehege" kommen. So lässt sich mithilfe von VMWares Produkt auf einem Linux-Rechner ein Windows-PC installieren.
IT-Spezialisten nutzen solche virtuellen Rechner, um neue Anwendungen oder Plattformen zu testen, bevor sie diese auf "Otto Normal-User" loslassen, sprich im Produktivbetrieb einsetzen. Doch auch für Privat-Anwender hat die Technik ihren Reiz, etwa für Spiele-Freaks. Viele ältere Games laufen nicht unter Windows 2000 oder XP. Statt einen älteren Rechner als DOS- oder Windows-95-Maschine zu konfigurieren, kann der User auf seinem Standardsystem einen virtuellen PC einrichten.
Übrigens bieten sowohl Microsoft als auch VMware Testversionen ihrer Programme an: Bei VMWare muss sich der Interessent zuvor registrieren. Microsoft bietet eine Lizenz an, die 45 Tage gültig ist. Ein Wermutstropfen ist, dass Virtual PC 2004 zwar in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch zu Verfügung steht, nicht aber in einer deutschen Version.
Verfasst von: Bernd Reder am 13.05.04, 12:24
