Messaging: Wer hat wann meine E-Mail gelesen?

Wer mit "Outlook" arbeitet, dem dürfte die Funktion bekannt sein "Das Lesen dieser Nachricht bestätigen". Wer sie aktiviert, erhält via E-Mail eine Bestätigung, dass der Adressat die Nachricht gelesen hat. Das kann bei wichtigen Nachrichten durchaus sinnvoll sein. Sehr viel weiter geht jedoch der Service Did they read it, den die amerikanische Firma Rampell Software anbietet.

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Did they read it teilt dem Absender mit, wann der Empfänger die Nachricht geöffnet hat, wie lange er mit dem Lesen zubrachte und wo sich der Adressat aufhielt, als er Mail in Empfang nahm, also beispielsweise im Büro oder zu Hause. Zudem, so Rampell, sei es mit Did they read it möglich, zu kontrollieren, ob eine Nachricht mithilfe eines Web-Mail-Programms gelesen wurde, also etwa Hotmail, Yahoo oder auch Web.de.

Damit das Tracking klappt, muss der Absender die E-Mail-Adresse des Empfängers um "didtheyreadit.com" ergänzen, also etwa in der Art: "bernd.reder@cydome.de.didtheyreadit.com". Wer den Service nutzen möchte, wird von Rampell zur Kasse gebeten: Ein Jahresabonnement kostet 50 Dollar und schließt 750 E-Mails pro Monat mit ein, die nach verfolgt werden können. Wer den Dienst ausprobieren möchte, kann das einen Monat lang kostenlos tun. Allerdings darf er dann nur fünf Mails versenden.

Merkwürdig ist, dass einige Medien wie der San Jose Mercury relativ viel Aufhebens um den Dienst machen. Denn, wie ein Kommentator in Dan Gillmors Weblog richtig anmerkt, kommt bei Didtheyreadit eine Uralt-Technik zum Einsatz: so genannte "Web Bugs". Das sind für den Nutzer unsichtbare Bildchen auf Web-Sites oder in E-Mails, die meist nur 1 x 1 Pixel groß sind. Öffnet ein User eine Mail im Format HTML oder eine Web-Page, wird das Bild von einem Server, im Fall von Did they read it dem von Rampall, nachgeladen.

Über diesen "Kanal" werden dann Informationen wie die E-Mail- und IP-Adresse des Empfängersystems an den Versender der Nachricht übermittelt. Dieses Verfahren setzen Spammer ein, um E-Mail-Adressen zu verifizieren, aber auch Marktforscher und Firmen, um die Akzeptanz von Web-Seiten zu prüfen. Ein Beitrag auf Wikipedia erläutert, wie Web Bugs im Detail funktionieren und welche Gegenmittel es gibt, etwa E-Mails nicht als HTML-Datei lesen oder das automatische Laden von Bilder blockieren, die auf fremden Server lagern.

Fazit: Wieder einmal versucht eine IT-Firma, einen Ladenhüter als das "Neueste vom Neuen" zu vermarkten - und hofft auf Gutgläubige, die darauf hereinfallen.

Verfasst von: Bernd Reder am 24.05.04, 14:44
Kommentare

Wow, verschickt denn noch freiwillig HTML Mails, wo doch sogar schon das neue Outlook HTML-Mails aussortieren kann, bzw als Text darstellen kann und auch das Nachladen von Bildern, wie dem Webbug, verhindert bzw. einschränkt.


Verfasst von: Siegfried Hirsch am 24.05.04, 19:47

Das ist doch gerade das schöne an Outlook 2003: Dass man HTML-Mail aktivieren kann und sich dennoch keine Sorgen um Web-Bugs und anderen eingebetteten Müll machen muss.
Newsletter etc. sehen einfach besser in HTML aus und lassen sich individuell freischalten, der Rest bleibt geblockt.


Verfasst von: Wolfgang Miedl am 25.05.04, 09:06
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