Security: Virus verbreitet sich über Mobilfunknetze
Der Antiviren-Spezialist Kaspersky Lab hat angeblich den ersten Wurm entdeckt, der sich über Mobilfunknetze verbreitet. Bislang nutzte diese Form von Computerviren in erster Linie das Internet oder lokale Netze (LANs) als "Transportvehikel". Der Schädling namens "Cabir" befällt Handys oder digitale Assistenten, die unter dem Betriebssystem Symbian OS arbeiten. Damit zählen vor allem Geräte von Nokia zur Zielgruppe des Virus. Aber auch Systeme wie das P900 von Sony-Ericsson oder Motorolas A920 und A925 könnten befallen werden.
Cabir wurde nach Angaben von Kaspersky von "Vallez" geschrieben. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich angeblich eine Gruppe von Virenprogrammierern. Der Virus wird in Form eines SIS-Files (Symbian Installation) mit der Extension .sis transportiert. Mithilfe von SIS-Dateien lassen sich Anwendungen auf Symbian-Geräten installieren, die über eine Bluetooth- oder Infrarot-Verbindung, aber auch via E-Mail oder Speicherkarte zum Handy oder den PDA übertragen werden. Sobald der Wurm ein Gerät infiziert hat, prüft er, ob dieses über die Kurzstrecken-Funktechnik Bluetooth Kontakt zu anderen mobilen Systemen hat. Ist das der Fall, nutzt Cabir diese Verbindung, um sich weiterzuverbreiten.
Nach Angaben des Antiviren-Spezialisten wurde bei Cabir keine schädliche "Nutzlast" entdeckt. Bei den befallenen Geräten taucht auf dem Bildschirm nur die Bezeichnung "Caribe" auf, sobald das Mobilsystem eingeschaltet wird.
Verfasst von: Bernd Reder am 15.06.04, 09:22
