Internet-Wurm: "Scob" klaut Kreditkarten-Informationen
Seit vorgestern ist ein neues Computervirus in Umlauf, der gefährlicher als die Würmer "Sasser" oder "Blaster" sein soll, die in den vergangenen Wochen und Monaten die Internet-User nervten. Der Grund: "Scob", wie das Machwerk heißt, ist darauf ausgelegt, Informationen wie Kreditkartennummern sowie die dazugehörigen PINs oder Passwörter auszuspähen.
Scob nutzt eine Schwachstelle im Internet Explorer von Microsoft, um auf die attackierten Rechnern einen Trojaner einzuschleusen. Dazu genügt es, wenn ein Internet-User eine Web-Site besucht, die mit dem Virus infiziert ist. Dabei kann es sich um eine Seite handeln, die für gewöhnlich vertrauenswürdig ist, also etwa die eines News-Dienstes oder eines Unternehmens. Auch diese, so Fachleute, könnten bösartigen Code (Malicious Code) enthalten.
Wie sich herausstellte, werden die gestohlenen Daten zu einem Server in Russland übermittelt. Dieser war zwar mittlerweile für mehrere Stunden nicht mehr verfügbar. Unklar ist jedoch, ob das System von den Betreibern heruntergefahren wurde, schlichtweg crashte oder ob Behörden den Server abschalteten.
Die Anbieter von Anti-Viren-Software haben inzwischen Updates für ihre Programme herausgegeben. Sie stellen sicher, dass der Trojaner nicht installiert wird, wenn ein Internet-Surfer eine infizierte Site besucht. Allerdings gibt es bislang keinen Patch für den Internet Explorer, der das Sicherheitsloch stopft, wie Microsoft einräumen musste. Nicht betroffen sind neben der Internet-Explorer-Version für Macintosh-Rechner andere Browser wie Mozilla oder Opera
Informationen zu Scob sind unter anderem auf Web-Sites von Symantec zu finden.
Verfasst von: Bernd Reder am 26.06.04, 15:00
