Google will Handel mit GMail-Accounts unterbinden
Versuche von Privatleuten, mit der Hysterie um den E-Mail-Dienst GMail von Google Geld zu machen, hat den Suchmaschinen-Spezialisten nun dazu bewogen, Gegenmaßnahmen zu treffen.
Google hat nun in die Bestimmungen, welche Nutzung von GMail regeln, einen Passus aufgenommen, der die unautorisierte kommerzielle Verwertung von Accounts des E-Mail-Dienstes untersagen. Unter diese Klausel fällt auch der Verkauf von Accounts, etwa über Online-Auktionshäuser wie eBay oder Web-Sites wie GMail Swap.
Angeblich will Google auch Versuchen vorbeugen, sich GMail-Adressen sichern, die mit bekannten Firmen oder Personen in Verbindung stehen, etwa Mercedes@gmail.com oder Ford@gmail.com. Das Unternehmen möchte auf diese Weise verhindern, dass es zu ähnlichen Auswüchsen wie vor einiger Zeit im Internet kommt. Dort belegten Domain Grabber viel versprechende Namen, wie etwa www.Mercedes.de oder www.madonna.com, mit Beschlag und versuchten dann, diese an die betreffenden Unternehmen oder Personen zu verkaufen.
Google behält sich vor, die Accounts von Nutzern einzuziehen, die diese auf solche Weise zu Geld machen wollen. Dass die Firma sich zu derartigen Maßnahmen gezwungen sieht, hat damit zu tun, dass GMail-Accounts nach wie vor Mangelware sind. Offiziell läuft der Service immer noch im Beta-Betrieb. Daher vergibt Google nur ein knappes Kontingent von Postfächern.
Noch ein kurzes Update zu den Aktivitäten der Konkurrenten von Google: Der deutsche Serviceprovider Web.de kündigte an, denjenigen seiner Abonnenten, die für den Dienst bezahlen, künftig 2 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Das ist nur recht und billig, denn schließlich kostet der Service fünf Euro pro Monat, also nicht gerade wenig. Bei Google soll der User angeblich 1 GByte Online-Speicher umsonst erhalten.
Yahoo bietet mittlerweile bei der kostenlosen Version seines E-Mail-Dienstes 100 MByte Speichervolumen an, MSN Hotmail ab Herbst 250 MByte. Der kostenpflichtige Dienst MSN Hotmail Plus wird 2 GByte zur Verfügung stellen. Kostenpunkt: rund 20 Euro.
Auch Lycos will in das Geschäft einsteigen. Ähnlich wie Web.de bietet die Firma mit "Profi Mail" einen werbefreien E-Mail-Dienst an, der rund fünf Euro im Monat kostet. Dafür erhält der User 1 GByte Speicherplatz, 100 kostenfreie SMS pro Monat, 50 E-Mail-Adressen sowie eine eigene Internet-Domain. Beim "Extra"-Service sind es 50 SMS und 250 MByte Speicher für rund drei Euro monatlich. Die Basisversion des Dienstes ist weiterhin kostenlos, bietet aber nur 15 MByte Speicherplatz.
Verfasst von: Bernd Reder am 03.07.04, 14:24
