Gerücht: Toshiba steigt aus PDA-Markt aus
In diversen News-Diensten wie MS Mobiles, Engadget oder Brighthand wird darüber spekuliert, ob sich Toshiba Ende des Jahres aus dem Geschäft mit Personal Digital Assistants (PDAs) zurückzieht. Diese Auskunft erhielten angeblich Firmen, die bei der belgischen Tochter von Toshiba digitale Assistenten ordern wollten. Gleiches soll Interessenten in der Schweiz widerfahren sein.
Toshiba stieg 2001 mit Modellen unter dem Betriebssystem Pocket PC in den Markt ein. Das Unternehmen konzentrierte mit sich seinen Geräten der e-Reihe in erster Linie auf Geschäftskunden. Auf den mörderischen Preiskampf in den "unteren" Regionen, sprich der Consumer-Sparte, wollte sich Toshiba nicht einlassen. Die Toppmodelle sind derzeit die Geräte der Reihe e750 und e800 mit integriertem Bluetooth- oder Wireless-LAN-Adapter. Der Straßenpreis für diese PDAs liegt bei etwa 530 bis 600 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Im vergangenen Jahr konnte Toshiba nach Angaben der Marktforscher von Gartner fast 22 Prozent weniger PDAs als 2002 an den Mann bringen. Der Marktanteil der Firma, bezogen auf die Zahl der verkauften Geräte, fiel im selben Zeitraum von 3,6 auf 3,0 Prozent. Insgesamt setzte Toshiba 2003 rund 341.000 Kleinrechner ab. Zum Vergleich: Dell, das seit November 2002 PDAs mit Pocket-PC-Betriebssystem anbietet, konnte 582.000 Systeme verkaufen, Hewlett-Packard 2,27 Millionen Exemplare seiner "iPAQs".
Nach Sony, das am 1. Juni verkündete, sich aus dem PDA-Geschäft außerhalb Japans zurückzuziehen, wäre Toshiba ein weiteres prominentes Unternehmen, das den Handheld-Sektor aufgibt. Der Grund: Der Preisdruck, der in diesem Segment herrscht, in Verbindung mit stagnierenden Absatzzahlen. Zwar legte Gartner zufolge der Absatz in Europa im ersten Quartal um 24 Prozent zu, dafür wurden in den USA 13 Prozent weniger Handheld-Rechner ausgeliefert, in Asien und Japan gar 19 beziehungsweise 21 Prozent.
Der Rückzug Sonys dürfte auch Palm Source, den Entwickler von Palm OS, in Bedrängnis bringen. Denn die Rechner der Japaner laufen unter diesem Betriebssystem. Zwar fiel laut Gartner der Anteil von Sony bezogen auf die verkauften Systeme im ersten Quartal auf 2004 von 13,2 (Q.1/2003) auf 8,2 Prozent. Aber immerhin fanden noch 231.000 Exemplare der "Clié"-Rechner in den ersten drei Monaten einen Abnehmer.
Fazit: Die Konsolidierung im PDA-Markt setzt sich fort. Gewinner sind Hersteller wie Hewlett-Packard und Research in Motion, das mit seinem "Blackberry", einer Kombination aus Handy und PDA, Erfolge einheimst. Als immer stärkere Konkurrenten für klassische PDAs erweisen sich zudem Smartphones, die Funktionen wie Kalender, Adressbuch und Aufgabenlisten zur Verfügung stellen.
Und natürlich gibt es noch einen Gewinner: Microsoft, das sich in der Rolle als Betriebssystem-Lieferant anschickt, nach dem PC-Markt auch den Bereich der PDAs und Handhelds zu erobern.

