Rücktritt vom Rücktritt: AOL bietet Instant Messenger Unternehmenskunden an
"Rin aus die Kartoffel, raus aus die Kartoffel" - nach diesem Motto scheint derzeit AOL zu verfahren, was die Vermarktung seiner Instant-Messaging-Lösung betrifft. Erst ließ die Firma im Juni verlauten, das Geschäft mit Geschäftskunden sei für sie uninteressant. Jetzt erlaubt AOL zwei Unternehmen, auf Basis des AIM Instant-Messaging-Systeme für Firmenkunden zu entwickeln.
Neben Akonix wird auch Face Time Communications die Technik von AOL in seine Produkte einbauen. Akonix adressiert Großfirnen, speziell die "Top 500". Wichtigstes Produkt ist das "L7 Enterprise Gateway", das öffentliche und firmeninterne Instant-Messaging-"Sphären" miteinander verbindet, dabei jedoch dem Netzwerkmanager die Kontrolle über die Kommunikation via IM einräumt. Face Time entwickelt vergleichbare Systeme. Kernpunkte sind die Sicherheit und ein "Presence Management", das sicherstellt, dass ein Mitarbeiter über unterschiedliche Kommunikationskanäle zu erreichen ist.
Mitte Juli hatte AOL bekannt gegeben, auch mit Microsoft auf dem Gebiet IM zusammenzuarbeiten, ebenso wie das Yahoo tut. Der "Live Communications Server 2005" (LCS) von Microsoft wird demnach in der Lage sein, auch Nachrichten von AIM sowie Yahoo Messenger und MSN Messenger zu verarbeiten. Damit ist es nicht mehr notwendig, Gateways einzusetzen, welche die einzelnen "Welten" miteinander verbinden.
Fachleute rechnen damit, dass viele dieser Gateways und deren Hersteller vom Markt verschwinden werden. Davon sind auch Akonix und Face Time betroffen, die solche Systeme herstellen. Sie könnten mittelfristig gezwungen sein, in Nischen auszuweichen, die nicht von Microsoft und dem Live Communications Server besetzt werden.
Verfasst von: Bernd Reder am 04.08.04, 00:01
