Online-Anzeigen verstecken sich hinter angeblich informativen Links
Eine neue Methode, um dem Nutzer von Online-Artikeln Anzeigen "unterzujubeln", testet das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes. William Grosso beschreibt und kommentiert das in einem Beitrag auf Developer Weblogs von O'Reilly.
Grosso bezieht sich auf einen Beitrag zu Microsofts Linux-Strategie. In ihm sind Links eingearbeitet, die auf den ersten Blick weiterführende Informationen zu Begriffen wie "Unix" oder "E-Mail Security" bieten. Klickt der Nutzer jedoch darauf, landet er auf den Web-Sites von Unternehmen, die entsprechende Produkte anbieten. Kurzum, es handelt sich um versteckte Werbung.
Diese Form von Online-Anzeigen verwendet Forbes auch in anderen Beiträgen, wie ich im Rahmen einer Kurz-Recherche feststellen konnte, etwa zu Themen Speichersysteme oder Automobile. Im letztgenannten Artikel etwa lotst das Wort "money" den Leser auf die Web-Seite eines Kreditinstituts.
Allerdings tauchen die Links nicht bei jedem Aufruf der Seite auf, sondern etwa nach jedem zehnten Mal. Außerdem variieren die "Sponsored Links": Einmal ist, wie erwähnt, das Wort "Money" verlinkt, ruft man dieselbe Seite etwa später auf, ist es "security" oder "technology".
Die ominösen Links sind zwar anhand eines doppelten Unterstrichs leicht zu erkennen. Trotzdem geht Forbes hier meines Erachtens zu weit: Im Rahmen einer seriösen Berichterstattung ist es in Ordnung, wenn in einen Online-Artikel Links zu den Web-Sites der erwähnten Firmen oder Organisationen eingebaut werden. Wenn jedoch "normale" Begriffe mit Werbebotschaften unterlegt werden, geht das zu weit, vor allem dann, wenn der Eindruck erweckt wird, es sollten Fachausdrücke wie "Unix" erläutert werden.
Verfasst von: Bernd Reder am 15.08.04, 13:02
