Test von Siemens: Mobilfunk mit Datenrate von 360 MBit pro Sekunde

In einem Laborversuch übertrug Siemens mit einem Mobilfunksystem Videos und Musik mit einer Geschwindigkeit von 360 MBit/s. Zum Vergleich: Die Datenrate des Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) beträgt derzeit 384 kBit/s. Technisch machbar sind bis zu 2 MBit/s.

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Erst einmal nur im Labor verfügbar: In einem Test gelang es Siemens-Ingenieuren, Daten mit 360 MBit/s über ein Mobilfunknetz zu übertragen. (Foto: Siemens Mobile)

Bei dem Test kombinierte der deutsche Hersteller zwei Verfahren: OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing)und Multi-Hop-Stationen. Dies sind nach Angaben von Siemens Geräte, welche die Funktionen einer Mobilfunk-Basisstation mit denen eines Repeaters (Verstärkers) und Routers kombinieren. Die Stationen sind für den Weitertransport eines Signals zuständig, auch um Hindernisse herum.

Mobilfunksysteme mit Datenraten von mehr als 100 MBit/s werden nach Angaben von Christoph Caselitz, dem Leiter des Geschäftsbereichs Networks bei Siemens Mobile, in etwa zehn Jahren Standard sein. Allerdings zeichnet sich ab, dass zumindest in Ballungsräumen drahtlose Funknetze UMTS einen Teil des Marktes streitig machen könnten. So kündigte Intel in der vergangenen Woche Chips für den WiMAX-Standard vor, eine Funk-Technik, mit der sich Daten mit DSL-Geschwindigkeit übertragen lassen. Die Reichweite beträgt bis zu 50 Kilometer.

Intel will WiMAX-Chips ab 2005 anbieten. Im Jahr darauf, so der Halbleiterhersteller, sollen die ersten Notebooks mit WiMAX-Technik auf den Markt kommen. Das Verfahren konkurriert unter anderem mit Wireless LANs (WLANs), die der Wi-Fi-Spezifikation entsprechen. Die Hersteller von WLAN-Ausrüstung haben mittlerweile die Technik weiterentwickelt, sodass sie Datenraten von circa 108 MBit/s unterstützt, allerdings nur über kurze Distanzen und mithilfe proprietärer Verfahren.

Derzeit ist unter der Bezeichnung IEEE 802.11n ein neuer Wireless-LAN-Standard in Arbeit, der Rohdatenraten von mehr als 500 MBit/s bietet. In der Praxis dürften davon aber wegen des "Overheads" der Transportprotokolle nur etwa 300 bis 350 MBit/s nutzbar sein.

Ob sich WiMAX oder Highspeed-Wireless LANs zu einer "Gefahr" für UMTS entwickeln werden, hängt davon ab, ob sich Unternehmen finden, die in Städten und Ballungszentren Funknetze aufbauen. Bislang zeichnet sich das in Deutschland nicht ab. Funk-LANs sind vor allem in Hotspots verfügbar, die in Hotels oder auf Flughäfen zur Verfügung stehen – und häufig von Mobilfunkfirmen wie T-Mobile, E-Plus oder Vodafone betrieben werden. Und die dürfen kaum ein Interesse daran haben, eine starke Konkurrenz zu ihren Mobilfunk-Angeboten aufzubauen.

Verfasst von: Bernd Reder am 15.09.04, 10:35
Kommentare

wie schon beschrieben: im Labor!
Mal sehen, ob die Uebertragung auch bei 200 km/h
noch funktioniert...



Verfasst von: Steffen Martin am 25.09.04, 12:27
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