Blogger sind Jäger und Sammler

Der eine oder andere hat vielleicht gemerkt, dass ich die letzten Tage wieder etwas häufiger blogge – eigentlich häufiger als ich mir vorgenommen habe. Es macht ganz einfach Spaß. Aber warum eigentlich? Wirklich anspruchsvoll ist das ja nicht.

Ich glaube, dass hier ganz einfach der Jäger-und-Sammler-Urtrieb zuschlägt. Auf seinem RSS-Reader streift man durchs Web, ständig Ausschau haltend nach brauchbarem Material, stets auf der Lauer nach fetter Beute. Hat man dann endlich mal was aufgestöbert, freut man sich wie ein Schneekönig.

Und das sicher nicht nur, weil man etwas Neues oder Interessantes gelernt hat, sondern vor allem, weil man die Beute mit nach Hause schleppen kann, in seine Höhle, dem Weblog. Dabei muss man sich aber beeilen, bevor das gute Tier zu verwesen beginnt.

Hat man es dann endlich in seine Behausung gezerrt, kann man es voller Stolz der Community, seiner Sippe, präsentieren. Dann freut man sich ein zweites Mal wie ein Schneekönig, wenn die Sippschaft den Fund beklatscht, wenn also eifrig geklickt, verlinkt und gepingt wird.

Weidmanns Heil!

2 Kommentare

  1. Kommentar von Silvia am 23.08.05 14:09:

    Lustiger Artikel, ich denke der trifft es gut.

    Einen gravierenden Unterschied zu echten Jägern und Sammlern gibt es aber:

    die konnten und mussten von Ihrer Beute leben, der Blogger braucht als auch noch unmengen freie Zeit 😉 in der er nicht für seinen Lebensunterhalt jagen und sammeln muss.

  2. Kommentar von Michael Pietroforte am 23.08.05 20:23:

    Da hast Du natürlich Recht. Das trifft ja auf viele Bereiche unseres modernen Treibens zu. Jogger sind da beispielsweise nicht anders als Blogger. Sie hetzen mehr oder wenig freiwillig durch die Grünanlagen der Städte, während seiner Zeit die Jäger und Sammler noch aus beruflichen Gründen dazu gezwungen waren. 😉