Erste Eindrücke von WordPress 2.0 und dem neuen WYSIWYG-Editor

WordPress 2.0 Um es gleich vorwegzunehmen, das Upgrade auf WordPress 2.0 lohnt sich meiner Ansicht nach. Der neue WYSIWYG-Editor ist für mich jedoch eine Enttäuschung. Das Uprgade einer 1.5.2-Installation ging relativ problemlos über die Bühne. (cyDome läuft nach wie vor mit der alten Version.)

Im Grunde muss man nur ein Backup anlegen, einige Dateien und Verzeichnisse der alten Installation in das neue Verzeichnis kopieren und dann das Update-Skript ausführen. Wenn man auch in der Windows-Welt zu Hause ist, wundert man sich dennoch immer wieder, warum man solche Dinge nicht dem Anwender abnimmt. Dort ist man es gewohnt, so simple Anwendungen mit einem einzigen Mausklick zu aktualisieren. Aber gut, es macht ja auch Spaß ein bisschen Admin zu spielen und als Open-Source-Fan hat man ja eh mehr als genug Zeit.

Vermutlich gab es die meisten neuen Features schon als Plug-in für ältere WordPress-Versionen, aber so manches ist jetzt besser integriert. So zum Beispiel auch der WYSIWYG-Editor. Den kann jeder WordPress-Anwender in seinem Profil an- oder abschalten. Gefallen hat mir die komfortable Art und Weise wie man Bilder in ein Blog-Post einbindet. Nach dem Hochladen des Bildes kann man dieses einfach per Drag and Drop an die richtige Stelle im Beitrag schieben.

Der WYSIWYG-Editor krankt jedoch an der gleichen Stelle wie alle Blog-Clients, die ich bisher gesehen habe. Einerseits fehlen wichtige Features wie etwa eine Rechschreibhilfe oder ein Thesaurus, anderseits ist aber auch eine Kombination mit einer professionellern Textverarbeitung praktisch nicht möglich.

Kopiert man etwa einen Text aus Word heraus, übernimmt der WordPress-Editor auch den Word-typischen HTML-Müll. Mit Writer von OpenOffice ist es übrigens auch nicht besser. Nun könnte man freilich auf die Idee kommen, den Text in den HTML-Editor von WordPress zu kopieren. Leider gehen dann jedoch alle Absätze verloren. Warum man den WYSIWYG-Editor nur im Profile abschalten kann und nicht direkt bei der Texteingabe, ist mir ein Rätsel. So könnte man wenigstens zunächst den Text kopieren und dann für weitere Formatierungen erst den WYSIWYG-Editor aktivieren.

Interessant ist jedenfalls, dass WYSIWYG standardmäßig aktiviert ist. Das zeigt doch immerhin, dass sich bei den Entwicklern langsam aber sicher die Einsicht durchsetzt, dass man den Otto-Normal-Blogger von allem fernhalten sollte, was irgendwie mit spitzen Klammern zu tun hat. Das lässt doch für die Zukunft hoffen.

Gefallen hat mir aber die neue Voransicht. Die zeigt jetzt das Blog-Post nicht mehr im Layout der Admin-Oberfläche, sondern in der des Weblogs. Gerade wenn man viel mit Bildern arbeitet, dürfte sich das als recht nützlich herausstellen. Überfällig war auch die Möglichkeit, direkt bei der Texteingabe neue Kategorien anlegen zu können. Dafür musste man bisher immer erst in die Kategorien-Verwaltung.

Es gibt doch einige weitere Verbesserung dieser Art, weshalb für viele der Umstieg vermutlich interessant sein dürfte. Und bekanntermaßen kommt man um die Major-Updates eh nicht umhin, weil man über kurz oder lang mit den Plug-ins Probleme bekommt. Eine Übersicht über die wichtigsten neuen Features gibt es hier und weitere Einschätzungen aus der Blogsphere hier:

www.olivergroschopp.de: [Gelöst] Riesen-Problem seit dem WP 2.0 Update!
einfach persöhnlich: Warum man nicht von WordPress 1.52 auf 2.0 umsteigen sollte
Astrid Wiedmann: Upgrade auf WordPress 2.0 – Teil 2
webdesign-in: Lohnt sich ein Update auf WordPress 2.0÷

1 Kommentar

  1. Kommentar von Jörg Petermann am 11.01.06 09:43:

    Eines vorweg: die neue WordPress-Version ist absolut ein Schritt nach vorn und lohnt sich. Es gibt nur bei einer so frischen Version einiges zu beachten. Und in diesem Sinne habe ich ebenso wie in Deinem zitierten Beitrag in folgenden Postings auf einiges hingewiesen:

    Was sollte man zu WordPress 2.0 alles wissen?

    Wo bekommen WordPress Weblogs dicke Backen?

    BTW, der eingebaute Editor entspricht überhaupt nicht meiner Mentalität und wird als erstes deaktiviert. Da teile ich Deine Auffassung ebenso.