Erste Eindrücke von T-Onlines Internet-Telefonie-Angebot

Vorgestern las ich bei Computerbase, dass nun endlich auch T-Online ein Angebot zur Internet-Telefonie im Programm hat. Da die Anmeldung nichts kostet und 400 Freiminuten bei meinem DSL-Tarif enthalten sind, habe ich mich schließlich dazu durchgerungen, die Anmeldeprozedur über mich ergehen zu lassen. Ich war dann doch ziemlich überrascht, wie kurz und schmerzlos das dann alles vonstatten ging.

T-Online Internet-TelefonInsgesamt hat die gesamte Prozedur, also Anmeldung, Zuteilung der Telefonnummer, Download und Installation der Software, etwa 3 Minuten gedauert. Dann konnte ich auch schon mein erstes Telefonat führen. Wenn ich bedenke, was das noch für ein Heckmeck war, als ich das letzte Mal einen Telfonanschluss angemeldet habe…

Das erste Telefongespräch klappte trotz NAT-Router auf Anhieb. Die Sprachqualität war wie erwartet nicht zu unterscheiden von einem herkömmlichen Telefongespräch. Erstaunt war ich auch, wie gut die Software mit meinem Freisprechmikrofon zurechtkam. Ich benutzte für den Test kein Headset, sondern das Mikro in meiner Webcam. Die Sprachausgabe erfolgt über die Stereoanlage. Bislang kam mit dieser Konfiguration eigentlich nur Skype und der MSN-Messenger klar. Bei anderen IM-Clients mit Voice-Chat-Funktion fiel meinen Gesprächspartner immer ein unangenehmer Hall auf.

Die Telefonie-Software selbst bietet ansonsten kaum Funktionen. Noch nicht einmal der Mitschnitt von Telefongesprächen ist möglich. Ich vermisse außerdem die Möglichkeit, Telefonnummern aus meinem Outlook-Adressbuch anwählen zu können. Die kostenlose Telefonie-Software, die vor Urzeiten mit meiner ISDN-Karte ausgelieferte wurde, beherrschte das alles schon.

Das Online-Adressbuch ist dafür eigentlich keine Alternative. Soll ich tatsächlich alle meine Telefonnummern nochmals eingeben? Und dann, wenn ich die Software mal wechsle, geht das Spiel wieder vorne los? Eine Export-Funktion kennt das spartanische Web-Interface ja nicht.

Immerhin gibt es eine Art Anrufbeantworter. Der PC muss dazu sinnigerweise nicht online sein. Eingegangene Nachrichten können als WAV-Datei an die T-Online-E-Mail-Adresse weitergeleitet werden. Eine andere Adresse lässt sich hier leider nicht konfigurieren. Alternativ kann man aber auch Gespräche auf eine andere Telefonnummer umleiten.

Da derzeit VoIP für den Privatanwender noch keine Kostenersparnis einbringt und gegenüber dem herkömmlichen Telefonieren auch aus technischer Sicht für mich keine Vorteile erkennbar sind, werde ich bis auf weiteres nicht auf das gute alte Telefon verzichten können. Die Internet-Telefonie steckt freilich noch in den Kinderschuhen. Da ist noch viel Luft für Verbesserungen drin. Man darf gespannt sein, wie schnell sich das jetzt alles entwickelt.

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