Fördert das Google-Wikipedia-Monopol Plagiarismus?

Dafür scheint Stefan Weber in einem Telepolis-Beitrag zu argumentieren. Der Text erweckt den Eindruck, dass es sich bei einem nicht unerheblichen Teil von dem, was man über Google oder die Wikipedia an wissenschaftlichen Inhalten findet, um Plagiate handelt. Belegt wird das Ganze mit einer Handvoll Beispiele.

Ich glaube hingegen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Abgeschrieben wird gerade im wissenschaftlichen Bereich seit eh und je. Der Unterschied ist, dass man heute dank Google oder der Volltextrecherche im Allgemeinen sehr viel leichter Plagiate aufstöbern kann.

Bislang können sich die Studenten gerade hierzulande noch darauf verlassen, dass viele ihrer Professoren noch nicht über das notwendige Know-How verfügen, um mithilfe von Google und Co. solche Fälle aufzudecken. Doch es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das ändern wird. Je mehr Texte elektronisch verfügbar und vor allem frei zugänglich sind, umso schwieriger wird es, unrechtmäßiges Copy and Paste zu verbergen.

Am Ende des Beitrags wird aber dann doch klar, worum es Stefan Weber eigentlich geht:

Der Hut brennt, denn: Ist es am Ende bereits möglich, ein Studium erfolgreich abzuschließen, ohne jemals eine Bibliothek von innen gesehen zu haben?

Ich arbeite selbst in einer Bibliothek, und genau genommen ist es dort mein Job, eben dieses Ziel zu erreichen. Deshalb weiß ich auch, dass gerade Geisteswissenschaftler sich mit Händen und Füßen dagegen wehren.

Telepolis: Kommen nach den „science wars“ die „reference wars“?

2 Kommentare

  1. Kommentar von Hagen Langbartels am 3.10.05 18:49:

    Software um gezielt nach Plagiaten zu suchen ist bei den Professoren durch aus schon im Einsatz. Der eine oder andere fliegt dabei auch auf.

    Ich denke, das man trotz Internet aber nicht wirklich ohne Bibliothek auskommt, jedenfalls nicht bei sehr speziellen Themen und für Übungsaufgaben. Außerdem gibt’s in der Bibliothek Internet 😉

  2. Kommentar von Michael Pietroforte am 3.10.05 19:03:

    Man wird auch in Zukunft nicht ohne Bibliothek studieren können. Eine andere Frage ist aber, ob man deshalb die Bibliothek von innen gesehen haben muss.