Gates vs. Google

Im Fortune Magazine gibt es einen interessanten und ziemlich ausführlichen Artikel zum Thema Google contra Microsoft. Darin wird die derzeit äußerst populäre These vertreten, dass Google drauf und dran ist, Microsoft in Bedrängnis zu bringen.

Interessant fand ich dabei, dass Gates offenbar tatsächlich eine ernsthafte Gefahr für Microsoft sieht:

„Google is interesting not just because of web search, but because they’re going to try to take that and use it to get into other parts of software,“ says Gates as he leans forward in his chair, his body coiled as if he could spring to his feet at any second. „If all there was was search, you really shouldn’t care so much about it. It’s because they are a software company,“ he says. „In that sense,“ he adds later, „they are more like us than anyone else we have ever competed with.“

…während man bei Google davon nichts wissen will:

What does Google make of Microsoft’s growing animosity and paranoia? Although neither the co-founders nor CEO Schmidt would comment for this story, Schmidt told an audience of Internet pioneers at UCLA last fall, „One of the criticisms that the media makes is to compare Google to previous-generation companies. Google is trying to solve the next problem, not the last problem.“

Der Autor, Fred Vogelstein, nimmt diese Äußerung allerdings nicht Ernst, weil er den Google-Leuten unterstellt, sie wollten nur den Fehler nicht wiederholen, den einst Netscapes Chef Andreessen gemacht hatte. Der hatte ja damals lauthals getönt, dass er Microsoft mit seinem Navigator die Butter vom Brot nehmen werde.

Ich habe meine Position zu diesem Punkt ja schon dargelegt. Schmitds Äußerung nehme ich für bare Münze. Man interessiert sich nicht wirklich für Microsofts Software-Geschäft. Stattdessen wird man sich auch weiterhin auf das zukunftsträchtige Content-Business setzen.

Für die Äußerungen von Herrn Gates gibt es für mich zwei mögliche Erklärungen. Er benötigt vermutlich Argumente, um einerseits seine Truppe zu motivieren und anderseits kritische Politiker ruhig zu stellen. Solange Microsoft ernsthafte Konkurrenten hat, gibt es ja keinen Grund, weshalb man das Unternehmen an die kurze Leine nehmen müsste. Vielleicht sieht er aber auch tatsächlich eine Gefahr. Aber die hatte er auch bei Netscape zu erkennen geglaubt. Ein Office, das im Webbrowser läuft (oder auf dem Google Desktop), ist allerdings nach wie vor nicht in Sicht.

Fortune Magazine: GATES VS. GOOGLE

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