Google Reader – wieder eine enttäuschende Betaversion

Googles RSS-Reader macht, wie viele der neuen Tools des Suchmaschinen-Monopolisten, auf den ersten Blick einen ziemlich spartanischen Eindruck. Und auf den zweiten Blick eigentlich auch. Auf den dritten Blick war ich dann ziemlich enttäuscht. Aber immerhin, ein Feature konnte ich entdecken, das mir gefallen hat.

Es ist die Möglichkeit, Beiträge zu markieren. Dieses Feature habe ich bisher bei Online-RSS-Readern immer vermisst. Das ist praktisch, wenn man erstmal alle seine Feeds durchgehen will, bevor man sich entscheidet, über was man dann bloggt. Aber vielleicht bieten das inzwischen auch andere. Ich bin da zugegebenermaßen nicht auf dem aktuellen Stand.

Taggen kann man natürlich auch. Ist aber ziemlich umständlich. Man muss die Labels von Hand eingeben und sieht auch nicht, welche Tags man schon angelegt hat. Die Tags, die der Blogger des Beitrags vergeben hat, werden auch angezeigt. Allerdings habe ich keine Möglichkeit gefunden, wie man sich nur Beiträge zu diesen Tags aus allen Feeds anzeigen lassen kann. Das wäre mal ein wirklich cooles Feature gewesen.

Das Layout wirkt zwar cool, dafür bleibt aber die Usability auf der Strecke. Die Titel der Beiträge befinden sich am linken Rand und werden regelmäßig abgeschnitten. Eigentlich sind die Überschriften ja das Wichtigste in einem RSS-Feed, denn die meiste Zeit verbringt man mit der Suche nach Beiträgen, die man dann lesen will.

Mein Fazit: Es geht nach wie vor nichts über ein richtig fettes Desktop-Frontend. Das gilt auch für RSS-Reader. Ich habe kürzlich mal die Zeit gestoppt, die ich brauche, um alle meine Feeds zu durchforsten. Mit Bloglines hat das ziemlich genau doppelt so lang gedauert wie mit dem FeedDemon.

Andere Meinungen aus der Blogosphere:
strudel.blogg.de
Stephan Lamprechts Notizen
weblars.de
RSS BLOGGER

10 Kommentare

  1. Kommentar von strudel am 9.10.05 22:36:

    Hi Michael,

    Also das Feature zum Markieren der Beiträge gibt es auch bei Bloglines. In der Zeile unter jedem Posting heisst diese Funktion „keep New“ oder „Als neu markieren“. Setzt man das Häkchen in dem Kästchen dahinter, bleibt der Beitrag immer als neu markiert und wird jedesmal beim Abruf des Feeds mit angezeigt.

    Weiterhin gibt es dort noch die Funktion „Ablegen/Bloggen“ damit kann man den Beitrag entweder gleich in sein Bloglines-Blog bloggen oder unter „Clippings“ ablegen. Sozusagen eine Art Clipboard, in dem man so markierte Beiträge abspeichern kann.

    Wie schon gesagt, ich favorisiere Online-Reader, weil ich damit meine Feeds von verschiedenen Rechnern aus abrufen kann. Aber Bloglines ist vom GoogleReader momentan nicht zu schlagen.

  2. Trackback von RSS BLOGGER am 9.10.05 23:59:

    Google Reader Review

    Hier kommt nun der versprochene Review zum Google Reader. Einige Punkte will ich vorausschicken, damit das ganze nicht überbewertet wird. Erstens der Google Reader ist jetzt gerade mal drei Tage online und wie bei Google üblich auch noch im Beta Stad…

  3. Kommentar von Roland am 10.10.05 09:10:

    Nun, immerhin bietet auch Bloglines die Möglichkeit, Beiträge zu markieren. Entweder als „Keep new“, was reichen sollte, wenn man sich einen Beitrag fürs Bloggen zurücklegen will oder als Clipping.

    Vom Google-Reader bin ich bisweilen auch noch nicht überzeugt. dem ersten Anschein nach ist es wesentlich mühsamer, die Feeds im Blick zu halten, als bspw. bei Bloglines. Und die abgeschnittenen Titel sind in der Tat hinderlich.

  4. Trackback von Blauer Blog am 10.10.05 11:49:

    Google RSS-Reader: erste Tests und Bewertungen

    Google hat einen Online-RSS-Reader herausgebracht. In der Blogosphäre gibt es dazu bereits erste Tests und Bewertungen:

    RSS-Blogger: Google Reader Review
    Andib: Google’s webbasierter RSS-Reader
    Weblars.de: Google Reader – fortgesetzt
    cyDome: Go…

  5. Kommentar von Michael Pietroforte am 10.10.05 21:12:

    @strudel, Roland
    Das Markieren mit „Keep new“ ist keine Option für die oben beschriebenen Anwendung. Wenn man sich dann später die markierten Beiträge ansehen will, werden sie mit den neuen Beiträgen vermischt. Das Clipping kommt der Sache schon erheblich näher. Allerdings ist das bei Bloglines ein endloses Geklicke. Beim Google Reader ist lediglich ein Tastendruck erforderlich.

    @strudel
    Man kann ohne weiteres auch mit einem gewöhnlichen RSS-Reader unterwegs seine Feeds lesen. Ich habe z.B. die dafür erforderlichen Daten vom FeedDemon auf einem USB-Stick. FeedDemon bietet darüber hinaus die Möglichkeit, seine Feeds mit Bloglines zu synchronisieren.

  6. Kommentar von strudel am 10.10.05 21:37:

    Also für mich wäre das keine Option, ein extra Programm immer auf einem USB-Stick mitzuschleppen. Gut, so ein Stick passt schnell mal in die Tasche, aber ich hab wirklich keinen Bock mich bei meinen 4 Rechnern jedesmal unter den Tisch zu verkriechen um den Stick anzustöpseln.
    Außerdem besteht ja in manchen Firmen die Gefahr, daß USB-Ports wegen panischer Virenangst deaktiviert sind.

    Und ich finde es eben einfach angenehmer, wenn ein Internetzugang ausreichend ist.

    Und ehrlich gesagt: soo umständlich ist das Clipping ja dann auch wieder nicht bei bloglines.

    Aber mal sehen, was alles noch kommt beim Google Reader…

  7. Trackback von Wolfgang Sommergut am 11.10.05 00:19:

    Erste Eindrücke von Googles RSS-Reader

    Waren es bisher vor allem Startups, die Online-Reader entwickelten, wird das Thema RSS-Aggregation nun auch für die Schwergewichte der Branche interessant. Die neueste Kreation stammt von Google. Mehrere Blogger haben bereits ihre ersten Eindrücke be…

  8. Kommentar von Christoph Hörl am 11.10.05 10:39:

    Ich habe zwar den GoogleReader noch nicht getestet, doch denke ich, dass ich zu der Diskussion etwas beitragen kann. Bis vor einigen Wochen nutze ich noch it-reader bzw. RSSBandit. Beide sind vollwertige Programme. Mittlerweile nutze ich Bloglines, weil es einfach zu bedienen ist und ich völlig unabhängig bin. Ein USB-Stick würde für mich nicht in Frage kommen, da man das Teil sehr häufig vergisst und es schnell verloren gehen kann. Bloglines ist unabhängig vom Betriebssystem (Windows NT) und von den Rechten, die man am PC hat.

    Der GoogleReader mag zwar in die richtige Richtung gehen, aber die Konkurrenz ist hart. Ich sehe vorerst keinen Grund mich von Bloglines zu trennen.

  9. Pingback von christoph-hoerl.de | Weblog und Homepage von Christoph Hörl | Bloglines mit einigen Neuerungen am 13.10.05 17:03:

    […] Sehr nützliche Sachen, die eingebaut wurden. Dadurch hebt man sich sicherlich nochmals vom etwas enttäuschenden Google Reader ab. […]

  10. Trackback von Kalyxo denkt am 16.10.05 22:50:

    Webbasierte RSS-Reader

    Nachdem inzwischen jedes zweite Medienunternehmen ein “me-too” RSS-Reader anbietet, soll hier ein kurzer Überblick über die verfügbaren Systeme gegeben werden.