Ist Google wirklich mehr wert als General Motors?

Jetzt wissen wir es also. Momentan liegt der Kurs der Google-Aktie bei etwa 108 Dollar. Google müsste damit inzwischen mehr wert sein als der weltgrößte Autohersteller General Motors (vgl. Spiegel Online). Ist das realistisch?

Wenn man sich mal die Größenordnungen ansieht, in denen sich beide Unternehmen bewegen, dann erscheint diese Bewertung doch erstaunlich hoch (zumindest für mich). Googles Halbjahresgewinn lag laut Spiegel Online bei 143 Millionen Dollar, der von General Motors ganz grob bei etwa 2 Milliarden.

Interessant ist auch, dass allein die Barreserven des Konkurrenten Microsoft locker ausreichen würden, um sich zwei Googles zu kaufen. Ich denke, inzwischen haben alle begriffen, worauf Googles Erfolg beziehungsweise Monopol basiert. Sollte es wirklich so schwierig sein, das nachzumachen? Wenn nicht Microsoft, dann hätte sicher auch Yahoo! das Zeug dazu.

Mal ganz ehrlich, wenn man 23 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hätte, was würde man sich dann eher kaufen, Google oder General Motors? Ich verstehe eigentlich nichts von Aktien, deshalb sollte man das hier alles mit Vorsicht genießen. Aber vielleicht kann mir ja ein Aktienprofi erklären, warum so viele Anleger der Ansicht sind, ein gutes Geschäft mit dem Kauf von Google-Aktien gemacht zu haben.

24 Kommentare

  1. Kommentar von Volker Weber am 21.08.04 11:12:

    Ich verstehe eigentlich nichts von Aktien

    Stellen wir uns mal vor, Du hättest vor drei Jahren Dein Vermögen in General Motors oder Microsoft angelegt, dann hättest Du In beiden Fällen hättest Du rund 40% verloren:

    http://finance.yahoo.com/q/bc?t=5y&s=MSFT&l=on&z=m&q=l&c=gm

    Stellen wir uns vor, Du hättest letzte Woche Dein Vermögen in Google angelegt, dann hättest Du heute 20% gewonnen.

    Sollte es wirklich so schwierig sein, das nachzumachen?

    Offensichtlich ja. MS probiert es schon seit Jahren und als besonders dumm sind sie ja nicht bekannt.

  2. Kommentar von Volker Weber am 21.08.04 11:18:

    Nice. In diesem Bereich von Cydome geht also kein HTML. Gut, dann noch mal in Bumbum-Technik:

    >> Ich verstehe eigentlich nichts von Aktien

    Stellen wir uns mal vor, Du hättest vor drei Jahren Dein Vermögen in General Motors oder Microsoft angelegt, dann hättest Du In beiden Fällen hättest Du rund 40% verloren:

    http://finance.yahoo.com/q/bc?t=5y&s=MSFT&l=on&z=m&q=l&c=gm

    Stellen wir uns vor, Du hättest letzte Woche Dein Vermögen in Google angelegt, dann hättest Du heute 20% gewonnen.

    >> Sollte es wirklich so schwierig sein, das nachzumachen?

    Offensichtlich ja. MS probiert es schon seit Jahren und als besonders dumm sind sie ja nicht bekannt.

  3. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 11:47:

    >> Stellen wir uns vor, Du hättest letzte Woche Dein Vermögen in Google angelegt, dann hättest Du heute 20% gewonnen.

    Okay, die Zocker. Ja, das kann ich zumindest nachvollziehen. Spielt ja auch keine Rolle, ob ich das in Las Vegas tue oder an der NASDAQ, macht beides Spaß. Das ändert aber doch nichts daran, dass all die vielen schönen Autos mehr wert sind als ein paar Linux-Kisten, oder?

    >> MS probiert es schon seit Jahren und als besonders dumm sind sie ja nicht bekannt.

    MS ist aber auch als besonders hartnäckig bekannt und es wäre nicht das erst Mal, dass sie jahrelang relativ erfolglos versuchen, in einen Markt einzudringen und es dann irgendwann doch schaffen (z.B. Windows CE). Und wenn künftig gleich auf dem Desktop fast jeden PCs das Eingabefeld für MSN Search prangt, dürfte es für Google schwierig werden, das Monopol zu halten.

    >> Nice. In diesem Bereich von Cydome geht also kein HTML. Gut, dann noch mal in Bumbum-Technik:

    Da hast Du wohl Recht, das sollten wir mal vereinheitlichen.

  4. Kommentar von Volker Weber am 21.08.04 12:21:

    Da ist jetzt in der selektiven Wahrnehmung was untergegangen:

    >> Ich verstehe eigentlich nichts von Aktien

    Stellen wir uns mal vor, Du hättest vor drei Jahren Dein Vermögen in General Motors oder Microsoft angelegt, dann hättest Du In beiden Fällen hättest Du rund 40% verloren:

    http://finance.yahoo.com/q/bc?t=5y&s=MSFT&l=on&z=m&q=l&c=gm

    Das erklärt vielleicht, warum die Wertschätzung der vielen schönen Autos nicht so hoch ist. GM ist alt; MSFT in gewisser Weise auch.

    >> Ich verstehe eigentlich nichts von Aktien

    Ist aber nicht so schwer. (Schlaue) Aktienkäufer investieren entsprechend ihrer Erwartungen in die Zukunft. Da Du den fortgesetzten Erfolg von MSFT erwartest, solltest Du dort investieren. Und dann in fünf Jahren wieder schauen, ob die Zukunft so wurde, wie Du sie Dir vorgestellt hast.

    Wenn man eine Menge Geld in die Hand nimmt, um damit abzustimmen, merkt man wie schwer Voraussagen sind.

  5. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 12:53:

    Gut, der Wert an der Börse ist der, den das Unternehmen irgendwann in einer fernen Zukunft haben wird. Diese Einsicht hat ja während der Dotcom-Phase auch prima für die New Economy funktioniert.

    Keine Frage, die Idee der beiden Google-Gründer war genial. Wenn es ihnen aber jetzt nicht gelingt, etwas nachzulegen, war es das mit der Google-Blase. Oder soll wirklich Gmail der nächste Coup gewesen sein? Also für mich riecht das alles ziemlich nach Hype.

  6. Kommentar von Volker Weber am 21.08.04 14:02:

    >> Diese Einsicht hat ja während der Dotcom-Phase auch prima für die New Economy funktioniert.

    Sorry, da musst Du schon etwas früher aufstehen, wenn Du so mit mir kegeln willst.

    In der „New Economy“ sind eine Menge Anzugheimer rumgelaufen, um haben einen auf ganz dicke Hose gemacht. Aber nehmen wir mal ein paar gute Beispiele aus dieser Zeit:

    http://finance.yahoo.com/q/bc?s=EBAY&t=my
    http://finance.yahoo.com/q/bc?s=AMZN&t=my

    Über beide hättest Du Dich sicher ähnlich geäußert wie jetzt zu Google.

    In der Rückschau sieht das alles ganz einfach aus. Ist es aber nicht. Geh mal mit echtem Geld irgendwo rein und schau was raus kommt. It doch ganz einfach, deine Präferenzen sind doch sonnenklar. 🙂

  7. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 14:58:

    >> Aber nehmen wir mal ein paar gute Beispiele aus dieser Zeit:

    >>http://finance.yahoo.com/q/bc?s=EBAY&t=my
    >>http://finance.yahoo.com/q/bc?s=AMZN&t=my

    Das ist ähnlich wie beim Roulette, eine Zahl gewinnt immer. Die Frage ist halt nur welche. Die Leute von Google sind sicher nicht mit den Schaumschlägern vieler Dotcoms gleichzusetzen. Das Problem ist hier, dass man sich mit ziemlich mächtigen Gegnern angelegt hat (MS, Yahoo!). Da war Barnes & Noble doch eher ein Leichtgewicht und für Online-Auktionen hat sich meines Wissens auch noch keiner der Großen interessiert.

    >> Sorry, da musst Du schon etwas früher aufstehen, wenn Du so mit mir kegeln willst.

    >> Geh mal mit echtem Geld irgendwo rein und schau was raus kommt. It doch ganz einfach, deine Präferenzen sind doch sonnenklar. 🙂

    Das Gambeln überlasse ich lieber denen, die schon in aller Herrgotts Früh zum Kegeln aufstehen. 😉

  8. Kommentar von Volker Weber am 21.08.04 15:20:

    >> Das ist ähnlich wie beim Roulette, eine Zahl gewinnt immer.
    >> Da war Barnes & Noble doch eher ein Leichtgewicht

    Mit diesen beiden Witzen können wir die Diskussion gerne abschliessen.

  9. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 16:55:

    😀

  10. Kommentar von Dave-Kay am 21.08.04 19:15:

    >>Und wenn künftig gleich auf dem Desktop fast jeden PCs das Eingabefeld für MSN Search prangt, dürfte es für Google schwierig werden, das Monopol zu halten.<<

    Da halte ich gegen. Das wird genauso wenig funktionieren, wie den IE als Nummer 1 zu stürzen. Warum? Gewohnheit. Google muss man nicht installieren. Wie viele absolute Neulinge, ohne Bekannte, die auf Google schwören müssen einen PC mit MSN auf dem Desktop kaufen, damit das Monopol von Google in Gefahr gerät?

  11. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 20:01:

    Es stimmt sicher, dass es für MS nicht ganz so leicht wird wie im Browser-Markt. Ein weiteres Problem für MS ist sicher, dass so mancher dem Ranking der Trefferlisten nicht trauen wird. Allerdings entstehen durch die Integration einer Suchoberfläche in den Desktop ganz neue Möglichkeiten.

    Damit meine ich nicht nur, dass man mit dem gleichen Stück Software den eigenen PC und das Internet durchsuchen kann, sondern vor allem, dass man losgelöst von der armseligen Möglichkeiten der Browseroberfläche wesentlich mehr Komfort und Features bieten kann. Und darin sind die Redmonder bekanntlich kaum zu schlagen. Ich denke, diese Entwicklung hat erst begonnen. Spätestens mit Longhorn beginnen für Google harte Zeiten.

  12. Kommentar von Dave-Kay am 21.08.04 20:16:

    Dafür muss es dann erst mal funktionieren. Wenn ich mir so manche „erweiterte“ Suche unter XP anschaue, die Suche in der Hilfe zum Beispiel, oder ein Klick im Eventlog, glaube ich daran noch nicht. Zu viele Klicks führen is Leere, antworten nicht, oder liefern schlicht kein Ergebnis. Folge war auch schon häufig genug eine abgestürzte Hilfe.

    Schau dir mal Windowsupdate V5 an. Gestern hatte ich da Fehler mit einer Maschine und die angezeigte Fehlernummer konnte nicht gefunden werden. 0 Punkte, würde ich sagen. Klicken im Loop war das Ergebnis.

    Wenn die sich in ihren eigenen Datenbanken nicht auskennen, wie wollen sie mir plausibel machen, dass sie sich im Web auskennen?

    Das Longhorn Preview war vielleicht etwas zu früh für meine Hardware, aber wenn die Redmonder das System nicht mindestens um 50% Leistungshunger ausdünnen, sehe ich auch da schwarz.

  13. Kommentar von Michael Pietroforte am 21.08.04 20:59:

    Die Suche von Windows XP ist eher ein Spielzeug, das ist wahr. MS hat ja gerade erst das Thema Suchtechnologie für sich entdeckt. Longhorn wurde wohl wegen der massiven Sicherheitsprobleme von Windows aufgehalten. Das wird deshalb wohl alles noch ein Weilchen dauern.

  14. Kommentar von Volker Weber am 22.08.04 00:14:

    > MS hat ja gerade erst das Thema Suchtechnologie für sich entdeckt.

    Aha. Und ich dachte, der IE hätte schon seit Version 5 die Leute immer auf die MSN Maschine verfrachtet, wenn sie sich nur mal vertippt haben.

    „Yeah, the old version was kind of shitty. But the next release is really cool“.

  15. Kommentar von Michael Pietroforte am 22.08.04 08:20:

    MSN ist ein Portal, mit Suchtechnologie hat das eigentlich nur am Rande zu tun. Aber Du hast Recht, mit MSN hat diese Strategie auch schon ganz gut funktioniert.

    Dass das Thema Suchtechnologie wichtig ist, hat man bei MS vermutlich erst Anfang 2003 wirklich erkannt. Dann hätte man sich wohl gerne Google ins Depot gelegt, was ja offensichtlich nicht geklappt hat.

    Bei SearchEngineWatch stand Anfang Juli 2004 zum Thema MSN Search dies:

    Microsoft itself describes its new search technology as „raw“ and admits that for various reasons, it won’t do well on some queries. Nevertheless, it is an important start. Microsoft says it sees search as a tough technology problem to take on and solve over the next five to ten years.
    http://searchenginewatch.com/searchday/article.php/3376041

    Der Microsoft-Google-Dance hat erst begonnen. Wenn Du mich fragts, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass das ganze irgendwann wieder vor Gericht landen wird. Hoffentlich ist es dann für Google nicht zu spät. Aber wer weiß, vielleicht hat man aus dem Fall Netscape gelernt und stellt es diesmal celverer an.

  16. Kommentar von Volker Weber am 22.08.04 09:20:

    > Aber Du hast Recht, mit MSN hat diese Strategie auch schon ganz gut funktioniert.

    Finde ich auch. Jeder IE Benutzer hat gelernt, dass MS ihm jederzeit und ungefragt minderwertige Technologie eintrichtert. Sagen wir mal, fast jeder. 🙂

  17. Kommentar von Michael Pietroforte am 22.08.04 11:36:

    Wie zählst Du da eigentlich? 1 Linux-Freak zählt für 100 MS-Dummies und 1 Apple-Geek für 1000? So kommen auch Mehrheiten zustande… 😉

  18. Kommentar von Volker Weber am 22.08.04 12:21:

    Da verstehe ich Deine Psyche jetzt nicht. Wie meinen?

  19. Kommentar von Michael Pietroforte am 22.08.04 17:36:

    Ich habe mich gefragt, wie Du da die Berechnung anstellst, wenn am Ende rauskommt, dass „fast jeder“ gelernt hat, dass ihm MS ungefragt minderwertige Technologie eintrichtert. Aber vielleicht fehlt da am Anfang Deines Satzes einfach noch was: „Ich wünschte mir, jeder IE Benutzer hätte gelernt, dass MS ihm…“

  20. Kommentar von Volker Weber am 22.08.04 22:22:

    Das „fast“ habe ich eingebaut, weil ich bei zwei Leuten relativ sicher vermute, dass sie das ganz toll finden.

  21. Kommentar von Michael am 23.08.04 09:58:

    Börsen-Bewertung

    Mal ganz kurz: die Börse bewertet nach Zukunftschancen. GM hat kaum mehr Möglichkeiten zur Entwicklung – max. 20% plus in 5 Jahren, wenn sie es sehr, sehr gut machen. Und wenn Sie es „wider Erwarten“ gut machen, wird auch der Kurs entsprechend steigen.

    In einer globalen Info-Gesellschaft stehen G.oogle, im Kern der Webaktivitäten positioniert, alle Türen offen. Wenn Sie es „wider Erwarten“ schlecht machen, wird auch der Kurs entsprechend fallen.

    An der Börse treffen also im freien Spiel der Kräfte Erwartungen darüber aufeinander, wie sich investiertes Geld in der Zukunft entwickeln wird. Zukunft heisst dann schon mal 10-20 Jahre bei großen Fonds. Lange Zeit, schlecht einzuschätzen. Aber bei ebay und Amazon war sich die Börse schon sehr früh einig, daß es funktioniert. (Und war damit besser, als viele Webdesigner, die ja immer noch versuchen, Print und TV ins Web zu übertragen.)

    Aus wirtschaftlicher Perspektive besitzt G.oogle etwas, daß viele Unternehmen heute nicht mehr haben: direkten Zugang zu den Kunden. Und genau das ist das Kapital der Zukunft. Wie wir an der Machtverschiebung zugunsten des Handels gesehen haben – Beispiel Handelsmarken – kommt es nur darauf an. G.oogle _wäre_ bereits jetzt in der Position Trends zu schaffen und selbst den letzten Müll erfolgreich zu verkaufen.

    However, die Höhe der Unternehmensbewertung ist allerdings auch historisch einzigartig und über den Sinn des absoluten Wertes darf man gerne noch Jahre streiten…

    gruesse,
    Michael

    ps: Ich konnte die Überschrift „Neuer Kommentar“ nicht ändern.
    Ich darf das Wort G.o.o.g.l.e nicht richtig schreiben, da das Posting dann als „questionable Content“ eingestuft wird.. 😉

  22. Kommentar von Michael Pietroforte am 23.08.04 22:30:

    >>Aus wirtschaftlicher Perspektive besitzt G.oogle etwas, daß viele Unternehmen heute nicht mehr haben: direkten Zugang zu den Kunden. Und genau das ist das Kapital der Zukunft.

    Es ist richtig, dass Googles Erfolgs auf dem direkten Zugang zu den Kunden beruht. Das dies Googles Kapital für die Zukunft ist, würde ich bestreiten. Die Argumente dafür findet man hier: http://www.cydome.de/mpietroforte/archives/000708.shtml

  23. Trackback von Wolfgang Sommergut am 23.08.04 01:10:

    Was ist das Besondere an Google?

    Nach dem beinahe verpatzten und dann doch noch erfolgreichen Börsengang scheiden sich die Geister bei der Bewertung des Unternehmens und seiner Zukunft. Die Skeptiker sehen sich an die dotcom-Blase erinnert und meinen, dass Googles Dienste von der Konk…

  24. Trackback von Michael Pietroforte am 23.08.04 22:42:

    Googles Erfolgsmodell: genial, simpel und leicht zu kopieren

    So mancher ist beeindruckt von Googles Erfolgen, und ich will mich da nicht ausnehmen. Worauf Googles Erfolg basiert, wird jedoch häufig verkannt. Tim Orens These, dass man bei Google dem Kunden eine besonders hohe Wertschätzung zuteil werden lässt (In…