Manche Blogger verzichten lieber auf Google AdSense
Nicht wirklich ausgezahlt hat sich für den Schockwellenreiter die Integration textbasierter Werbung in sein Weblog über Google AdSense. Der Schockwellenreiter gehört zu den meist gelesenen deutschen Weblogs. Nachdem der Aufwand nicht mehr im Verhältnis zum finanziellen Ergebnis stand, will Jörg Kantel künftig lieber auf Einnahmen aus Google AdSense verzichten. Stellt sich mir wieder einmal die Frage, wie sich Weblogs überhaupt refinanzieren lassen...
Einige professionelle Blogger hegen hohe Erwartungen. Sie wollen sich darüber eine neue Finanzierungsquelle erschließen. Das ist sicherlich ehrenwert. Dennoch bleibe ich skeptisch, dass ein Paid-Content- oder Werbe-Ansatz schnell Früchte tragen wird. Dazu ist die Basis der Weblog-Leser noch viel zu klein in Deutschland. In den USA oder UK verhält es sich anders. Dort verdienen bereits jetzt einige Starautoren ihr Geld mit dem Bloggen.
In Deutschland wird es in Zukunft sicherlich auch einige spannende Refinanzierungsansätze geben. Allerdings glaube ich nicht, dass Werbung oder Paid Content schon jetzt in der deutschsprachigen Blogosphere funktioneren. Anders verhält es sich hingegen mit den indirekten Revenues über Self Marketung, Blog-PR und Viral-Marketing. Manchmal genügt jedoch schon die Freude am Schreiben zum Betreiben eines Weblogs ...
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Sicherlich gibt es in diesem Zusammenhang, auch in Deutschland, kein Schwarz oder Weiß. Je begrenzter und genauer definiert die Nische, die ein Weblog besetzt, desto besser funktioniert das Kontext-basierte Modell von AdSense. Ein inhaltliches Umfeld bestehend aus Zope-Skripten, Müllfotos und Anti-Spam-Tipps ist von einem Programm wie AdSense eben schlecht zu erfassen - auch wenn mir zum Schockwellenreiter sicherlich ein Leserprofil erschließt: Großstadtbewohner, technikverliebt, Gadget-süchtig, Hundebesitzer, etc. Deshalb würde Henry Copeland's BlogAds-Ansatz hier wahrscheinlich besser funktionieren.
Ist der Inhalt enger definiert (wie z.B. bei FleshBot, Dentons neuem Möbel-Blog oder aber CyDome) sollte auch AdSense gute Ergebnisse liefern.
Verfasst von: Heiko Hebig am 24.05.04, 15:27
Hallo Heiko, die AdSense-Diskussion wird sich sicherlich auch noch einmal bei CyDome ergeben. Gegen Einnahmen haben wir nichts einzuwenden... Und Deine "Kritik" am Schockwellenreiter ist durchaus berechtigt. Allerdings hat sein Weblog auch nicht unbedingt den Anspruch, einem klaren Konzept zu folgen oder?
Verfasst von: Klaus Eck am 24.05.04, 15:38
Das ist ein sehr guter Punkt, Heiko. Die Themenvielfalt ist ja auch irgendwie kennzeichnend für ein persönliches Blog im Gegensatz zu einem Fachblog mit einem eng umrissenen Thema. Und in persönlichen Blogs hat Adsense einfach nichts zu suchen, IMHO. 'Persönlich' aber kommerziell, das macht einfach keinen Sinn.
Und wer ernsthaft irgendwelches Geld mit Blogs verdienen will sollte mal drüber nachdenken ob es dann nicht mehr Sinn hat auf Englisch zu bloggen und eine mehr oder minder globale Leserschaft zu erreichen.
Verfasst von: Moe am 24.05.04, 15:47
Nein, und das ist auch keine "Kritik". Soll doch jeder schreiben, was ihm oder ihr in den Kopf kommt. Aber wenn es dadruch schlecht zu bewerben ist, tja, dann ist das eben so.
Und wer seine Seite nicht an die Terms & Conditions von Google anpassen kann oder will, findet sicherlich andere Alternativen.
Verfasst von: Heiko Hebig am 24.05.04, 15:50

