Der gemeine Blogger
Blogger sind keine Journalisten. Soweit ist das ziemlich einfach. Der gemeine Blogger entscheidet immer selbst darüber, wie er sich online präsentiert. Das werden einige Leser gut finden, andere schlecht. Sehr schnell zeichnet sich dabei ab, ob die Inhalte eines Weblogs für den Leser relevant sind.
Ich bevorzuge Weblogs, die sich journalistischen Kriterien verpflichtet fühlen und eine Klarheit in Struktur und Sprache aufweisen. Denn das wirkt sich unmittelbar auf die Lesbarkeit der Weblog-Beiträge aus. Siegfried Hirsch fügt dem Thema aber noch einige interessante Gedanken in seinem Hirschgarden hinzu: Demnach spielt das Weblog Networking eine entscheidene Rolle beim Blogging.
Weblogs bieten tatsächlich eine völlig neue Möglichkeit, mit Menschen erstmals in Kontakt zu treten und sich auszutauschen:
"Damit lässt sich oftmals erkennen, ob die Chemie zwischen Leser und Schreiber stimmt, bzw. stimmen könnte. Zwar ist die Kommunikation durch Sprache und hier insbesondere, der geschriebenen Sprache nur ein kleiner Teilbereich dessen, was bei einer Face-to-Face Kommunikation rüberkommt. Aber ein erster Einstieg in eine weitere Kommunikation. Es lässt sich erkennen, ob zu gleichen Themen eine ähnliche Meinung besteht, ob ähnliche Interessensgebiete spannend sind. Nur wenn hier eine Übereinstimmung zu finden ist, dann wird eine Person für eine andere Person interessant. Ob das auch so bleibt ist dabei eine ganz andere Frage." (Siegfried Hirsch)
Diesem Kommunikationsansatz stimme ich gerne zu. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Weblogs sind nicht nur Inseln im Meer des Cyberspaces; damit wären sie durchaus mit einer Homepage vergleichbar. Weblogs gehen durch ihre aktive Verlinkung, Trackbacks und RSS jedoch noch weiter. Sie ermöglichen, das Social Networking auf eine neue Stufe zu bringen. Bevor wir jemanden im Real Life begegnen, können wir uns über eine Google-Recherche ein mehr oder weniger gutes Bild von der Person machen. Mit einem Weblog hat jeder Blogger selbst aktiv die Möglichkeit, Einfluss auf seine Außendarstellung zu nehmen. Regelmäßig gepflegte, gut geschriebene Weblogs stoßen sehr schnell auf eine positive Resonanz in der Blogosphere. Das wirkt sich wiederum unmittelbar auf die Präsenz in Suchmaschinen aus.
Weblogs stellen im digitalen Zeitalter eine neue Form der Körpersprache dar, über die der erste Eindruck einer Person vermittelt wird. Sie erleichtern die Kontaktaufnahme, weil wir das Gefühl haben, unser Gegenüber schon ein wenig zu kennen. Schließlich geben Blogger einen Teil ihrer Gedanken bereits online preis.
Verfasst von: klauseck am 30.06.04, 11:58Ping von: A2O — Business pur, am 30.06.04, 13:59
Titel: Ein Blog ist kein eZine
Hallo Klaus,
ich sehe Blogs als Inseln, die wachsen können, insbesondere durch die Art und Weise wie jemand schreibt. Durch Hyperlinks, Trackbacks und Kommentare werden dann die Inseln mit Brücken - oder wie Ton in einem Kommentar zu meinem Betrag schreibt, zunächst mit Stegen verbunden werden.
Zum andere habe ich auch gar nichts dagegen, wenn ein Blogger sich grundsätzlich an journalistischen Kriterien orientiert.
Aber müssen Blogger objektiv sein?
Verfasst von: Siegfried Hirsch am 30.06.04, 13:57
Blogger müssen gar nicht objektiv sein. Aber mir gefällt es, wenn jemand nicht nur einen Wortbrei online ausbreitet, sondern seinen Artikel etwas strukturierter aufbaut und mit guten Argumentationslinien aufbaut. Erwarten kann man das sicherlich nicht vom "gemeinen" Nichtjournalisten-Blogger.
Verfasst von: Klaus Eck am 30.06.04, 14:06

