Laien an die (journalistische) Macht?
Laien sind nicht dazu berufen, via Weblogs eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Denn Blogger seien subjektiv und haben nicht wirklich etwas zu verlieren, meint Holger Wenk, Medienjournalist und stellvertretender Beisitzer im dju-Bundesvorstand in M - Menschen Machen Medien. Allenfalls das Selbstwertgefühl der Blogger stehe hierbei auf dem Spiel. Das ist sehr wenig. Denn immerhin habe ein Zocker noch seinen Wetteinsatz zu verlieren. Beim Journalisten steht hingegen weit mehr auf dem Spiel: sein Ruf und sogar sein Job, wenn er seine subjektive Meinung widergibt. Und als Kronzeuge für das Selbstverständnis einiger Blogger wird ein Kutter-Beitrag herangezogen.
Das "Manifest" zeige die Attitüde der Blogger:
"Wir posten unsere Texte und verschwinden wieder in den Tiefen des Webs. Wir sind Guerilla-Publizisten. Wir sind Blogger.Wir sind kleine, mobile Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und der Meinungsindustrie. Wenn es eine von uns erwischt, sind genügend andere da, die ihre Stelle einnehmen. Sie können uns nicht fassen." (Der Kutter)
In der realen Welt sieht es auch bei Bloggern anders aus. Das jüngst viel diskutierte Delta-Airlines-Beispiel macht klar, dass es beim Bloggen durchaus auch um den eigenen Job gehen kann. Niemand kann sich wirklich hinter seiner Anonymität verbergen. Und einen Cyber-Ruf gibt es ebenfalls, den man verlieren kann: Die eigene Online-Rolle und damit die reale Web-Präsenz hängen unmittelbar zusammen.
Wer online falsche Behauptungen aufstellt oder Inhalte anderer kopiert und als eigene ausgibt, der dürfte sich wundern, wie schnell das virtuelle Glashaus einbricht. Insofern sollten Blogger natürlich überprüfen, wie subjektiv (oder gar selbstgerecht) sie sich wirklich gegenüber anderen verhalten können. Über ein journalistisches Selbstverständnis verfügt ohnehin nur eine verschwindende Minderheit der Blogger. Aber es dürfte dennoch kaum zu bestreiten sein, dass sie online ihre Öffentlichkeit finden.
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>> cyDome: Wir sind die fünfte Gewalt
>> via Dienstraum: Blogger sind Hobby-Publizisten

