LAUNCHcast – Radio der Zukunft von Yahoo!

Seit einigen Monaten bin ich nun begeisterter LAUNCHcast-Nutzer. Yahoo! weist mit diesem Dienst den Weg auf, wie das Radio der Zukunft aussehen könnte.

Internet-Radio ist freilich nichts Neues, manchmal sind es jedoch Details, die einen dazu veranlassen, ein neues Angebot regelmäßig zu nutzen. Der größte Vorteil von LAUNCHcast ist für mich ohne Zweifel, dass die Sender nicht moderiert werden. Zumindest war das bei den Sendern immer der Fall, die ich bisher gehört habe. Dieses endlose, flache Gelaber in den Münchner Radiosendern empfinde ich als ziemlich nervend. Dagegen sind dann sogar die unzähligen Werbespots eine echte Erholung.

Doch auch davon gibt es bei LAUNCHcast erstaunlich wenig. Und wenn dann mal Werbung kommt, ist es immer nur ein Spott. Im kostenpflichtigen LAUNCHcast plus wird man davon sogar ganz verschont. Für 35,99 Dollar im Jahr, oder 3,99 Dollar pro Monat, hat man Zugriff auf über 100 Sender. Das kostenlose LAUNCHcast bietet an die 50 Stationen. Leider ist LAUNCHcast plus derzeit in Deutschland noch nicht verfügbar.

Für nahezu jeden Geschmack und jede Stimmung sollte da etwas dabei sein. Jazz, Pop, Rock, Reggae, Oldies, Love Songs, etc. etc., für alles gibt eine spezielle Station. Und wenn man mal einen Song nicht mag, dann überspringt man ihn einfach. Die Sound-Qualität ist ordentlich, echte HiFi-Fans werden aber vermutlich die Nase rümpfen. Auch da soll LAUNCHcast plus mehr bieten.

Der Zugriff auf die Sender per Browser funktioniert scheinbar nur mit dem Internet Explorer. Für alle, die schon aus Prinzip dem M$-Browser den Zutritt zu ihrem Arbeitsspeicher verwehren, gibt es eine Alternative, und die heißt Yahoo! Messenger. Der lässt sich so konfigurieren, dass die Chat-Partner mitverfolgen können, welche Musik man gerade hört. Per Mausklick klingt man sich dann ein und lauscht fürderhin gemeinsam.

Titel, Interpret und das Cover des Albums werden im Player angezeigt. Wenn tatsächlich mal Werbung ertönt, taucht dort eine entsprechende Einblendung mit einem Link auf den Sponsor auf. LAUNCHcast stellt auch allerlei Zusatzinformationen zu Titeln und Interpreten, wie etwa News oder Interviews, zur Verfügung. Über Yahoo! SEARCH sucht man nach dem Liedtext und bei Yahoo! Shopping nach einem Händler, um die entsprechende CD gegebenenfalls käuflich zu erwerben. Das sind weitere Features, die im herkömmlichen Radio schwierig zu realisieren sein dürften.

Jedes Mal, wenn ich jetzt im Auto das Radio anschalte und das endlose Gequatsche über mich ergehen lassen muss, wünsche ich mir eine bezahlbare Internet-Flatrate für unterwegs.

Yahoo! LAUNCHcast

10 Kommentare

  1. Kommentar von Nico Zorn am 28.02.05 10:02:

    Hallo Herr Pietroforte,

    kennen Sie schon http://www.last.fm? Der Service bietet ein personalisierbares und werbefreies Online-Radio und funktioniert einwandfrei. Siehe hierzu auch http://lumma.de/eintrag.php?id=1110

    Viele Grüße

    Nico

  2. Kommentar von Michael Pietroforte am 28.02.05 19:22:

    Ich kannte last.fm bisher noch nicht. Besten Dank für den Tipp! Scheinbar erfreut sich die Site größter Beliebtheit: Beta : Rebuffering beyond 230 listeners at the moment. Our ISP will take action on Monday, stay tuned.

  3. Kommentar von mcp am 2.03.05 11:55:

    Was ich noch nicht ganz verstehe, was ist an Launchcast besser als zum Beispiel an Shoutcast (Internet-Radio im MP3-Format, mitschneidbar)?

  4. Kommentar von Michael Pietroforte am 2.03.05 19:57:

    Shoutcast ist eigentlich nur eine Sammlung von MP3-Streams. Interessant an LAUNCHcast ist die Verknüpfung mit anderen Anwendungen, wie etwa dem Yahoo! Messenger oder Yahoo! Shopping. Ich glaube, dass in Zukunft vor allem mit Diensten dieser Art in diesem Bereich Geld verdient. iPod zum Beispiel funktioniert wohl nicht nur wegen der stylischen weißen Kopfhörer so gut. Wer aber einfach nur Musik hören will, ist mit Shoutcast sicher auch gut bedient.

  5. Kommentar von brigittahayworth am 10.03.05 11:21:

    Hallo Herr Pietroforte,

    Launchcast bietet weitaus mehr als 50 Stationen. Es gibt zum einen die voreingestellten Stationen, die vom Launchcast Team in Santa Monica zusammengestellt werden. Zusätzlich kann man aber die Stationen von sämtlichen anderen Launchcast Nutzern mithören (Tausende!) und die Songs bewerten, so daß sie auch im Profil der eigenen personalisierten Station dann enthalten sind. Das Tolle an Launchcast ist, daß jede/r seine eigene, one-of-a-kind Station hat.

    Das heißt, die eigene Station entspricht nach einiger Zeit des Bewertens von Songs, Künstlern und Alben (auf einer Skala von 1 – 100) EXAKT dem eigenen Geschmack/der eigenen Stimmung und man lernt durch Recommendations die für einen entsprechend der bisher getätigten Bewertungen gespielt werden gaaaanz viele neue, vielleicht noch obskure und interessante Sachen kennen.

    Fazit: Ich hab noch nie in meinem Leben so viel neue Musik kennengelernt, die MEINEM Geschmack entsprach. Ich hab noch nie so richtig gelegen, wenn ich mir dann ein Album eines Künstlers/einer Künstlerin gekauft habe. Und ich habe noch sie so viele Platten in so kurzer Zeit gekauft. Heaven!

    Ich weiß nicht, was ich täte, wenn es Launchcast nicht mehr gäbe… 😉

    Ist schon schlimm genug, wenn man das Kontingent von 800 Songs pro Monat auf der eigenen Station aufgebraucht hat und nur noch die voreingestellten Stationen hören kann, die nach sehr kurzer Launchcast-Zugehörigkeit sehr mediocre und gleichgeschaltet daherkommen, wenn man spezielle und vielseitige Musikvorlieben hat.

    Ist dann wie mit dem Geld – einfach auf den 1. des Monats warten. Hab echt schon überlegt in die USA zu ziehen, damit ich Launchcast Plus abonnieren kann. ;))

    Und die Werbung geht auch – ist ja echt sehr wenig und fast immer nur in eigener Launchcast/Yahoo-Sache – eigentlich dürfte man das gar nicht Werbung nennen…

  6. Kommentar von Michael Pietroforte am 13.03.05 22:09:

    Bei den Member Stations handelt es sich in der Tat um ein weiteres interessantes Feature. Über den Yahoo! Messenger sind diese Stationen scheinbar nicht durchsuchbar. Die Recommendations erinnern mich ein wenig an die trainierbaren Spam-Filter. Man trimmt so ja sein Radio, die Songs, die man nicht mag, in Zukunft auszublenden.

    In die USA umziehen muss man übrigens nicht. Billiger dürfte es sein, sich dort einen virtuellen Server anzumieten und sich dann per VPN eine amerikanische IP-Adresse zu holen. Ich vermute jedenfalls, dass Yahoo! an den IP-Adressen erkennt, wo man herkommt.

  7. Kommentar von Margit am 10.04.05 16:11:

    Hab mal eine Frage,
    mein sohn hat sich über Yahoo eingeloggt. Launchcast funktioniert aber nicht richtig. Er hat das Abbo „angeklickt“. Muß ich jetzt befürchten, dass irgendwelche Kosten auf uns zukommen?
    LG
    Margit

  8. Kommentar von Michael Pietroforte am 10.04.05 18:37:

    Das Anklicken der Abbo-Links hat keine Konsequenzen. Normalerweise braucht dann auch noch eine Kreditkartenummer oder Ähnliches. Außerdem ist die kostenpflichtige Variante von LAUNCHcast außerhalb der USA noch nicht verfügbar.

  9. Kommentar von juergen klein am 2.02.06 18:57:

    Hallo Herr Pietroforte,

    hab auch ne Frage,
    und zwar wüßte ich gerne mal, mit welcher Bitrate, die Launchcast-Sender streamen.
    Bei den Southcast-Sendern sind es 128 bit.
    Aber bei den Launchcast-Sendern bin ich bisher nicht dahinter gekommen.

    Viele Grüße

    Jürgen

  10. Kommentar von heiner von bargen am 13.02.07 14:41:

    hi.
    es gibt genügend wohlhabende, z. b. die erben, die brauchen ware für geld, mit einer kultur-tragenden (-schaffenden) marke.
    aber andere können sind dankbar, daß es angebote ohne weitere kosten gibt, und daß nicht alle ideen, die allen menschen gehören sollten, zumal alle daran beteiligt sind, daß selbige entstehen können, monopolisiert werden und nur den wohlhabenden offenstehen.
    es gibt sehr hochwertig moderierte shoutcast-streams, satire und lyrik. im auto kann man ein java-fähiges wap-handy nehmen, oder? 44 euro die flat, nur hotspots an der autobahn weiß ich nicht, kommt aber sowieso alles bald auch endlich hier in d-land.