Microsoft Word 2007 als WYSIWYG-Editor für WordPress

Seit dem ich blogge, und das sind jetzt doch schon drei Jahre, suche ich nach einem komfortabeln WYSIWYG-Editor. Ich habe den Überblick verloren, wie viele Lösungen ich inzwischen ausprobiert habe. Wirklich überzeugen konnte bislang eigentlich kein Tool. Als ich vor einiger Zeit las, dass Word 2007 als Editor für diverse Blog-Systeme verwendet werden kann, keimte wieder Hoffnung in mir auf. Jetzt habe ich endlich mal ein bisschen Zeit gefunden, um mir Microsofts Lösung anzusehen.

Zunächst muss man Word mit der URL des Blogs und einer Kennung füttern. Dann tippert man wie gewohnt seinen Text, formatiert eine bisschen herum, kategorisiert und klickt dann auf "veröffentlichen". Beim ersten Test ist vielleicht "Als Entwurf veröffentlichen" angebracht. Funktioniert alles prima. Der erzeugte HTML-Code ist auf den ersten Blick OK, solange man keine allzu wilden Dinge treibt. Doch dann kommen wie üblich wieder die vielen aber.

Leider ist es nicht möglich, <!—more–> einzufügen, um nur den Vorspann des Beitrags auf der Startseite anzeigen zu lassen. Will man ältere Beiträge editieren, stolpert Word genau über dieses Tag und zeigt nur den Vorspann an.

Word 2007Einen HTML-Modus habe ich nicht gefunden. Das wäre an und für sich OK, wenn es eine Möglichkeit gäbe, eigene Tags einzufügen. Mit Bildern kommt Words Blog-Editor klar, nur leider werden sie dann in WordPress nicht in der Liste der zu einem Beitrag gehörenden Dateien aufgeführt. Mit Thumbnails kann man wohl auch nicht arbeiten. Letztlich muss man doch immer wieder im WordPress-eigenen Editor nacharbeiten. Das ist mühsam.

Die Tatsache, dass es trotz der kaum mehr überschaubaren Menge an Bloggern immer noch keine vernünftige Blog-Editoren gibt, ist für mich das größte Mysterium des ganzen Web-2.0-Hype. Denn von der Funktionalität die Textverarbeitungsprogramme heute bieten, braucht der Blogger in aller Regel eigentlich nur einen winzigen Bruchteil. Doch selbst diese Handvoll Features bringt kein Tool, das ich bisher gesehen habe, zusammen. Entweder kann man nur einen Teil der Funktionalität des jeweiligen Blog-Systems nutzen oder es fehlen selbst die rudimentärsten Textverarbeitungsfunktionen, etwa eine vernünftige Rechtschreibhilfe oder ein Thesaurus.

Noch merkwürdiger finde ich es übrigens, dass immer noch eine Vielzahl von Bloggern darauf schwört, gleich direkt im Browser den Text zu verfassen, am besten noch im HTML-Quellcode. Sorry, aber das ist für mich Computersteinzeit. Mein erstes Textverarbeitungsprogramm, ich glaube das war auf dem C64, hat ungefähr genauso funktioniert. Formatierungen musste man dort auch noch mit Tags kennzeichnen und das Zwischenspeichern auf eine Floppy ging deutlich schneller als heute mit dem Browser.

1 Kommentar

  1. Kommentar von Karsten Niemann am 26.04.08 16:57:

    Auch mir fehlt noch die richtige Software. Ich dachte schon ich bin nur zu doof diese zu finden. Zur Zeit poste ich bei Google. Ich bin mit den vorgegebenen Designs und den wenigen Möglichkeiten der Gestaltung unzufrieden. Eine anständige Rechtschreibprüfung fehlt mir auch.

    Die anderen Programme die ich mir bisher anschaute sind meist zu zeitaufwendig.

    Gibt es Dienstleister die für Geld einem einen Header gestalten und den Rest des Blogs etwas anpassen? Ich habe da schon Vorstellungen die ich aber alleine nicht umsetzen kann.

    Zur Zeit poste ich auf zwei Blogs:

    http://Heide-Biker.blogspot.com
    http://messebau.blogspot.com

    Gruß Karsten