Microsoft Goes Open Source, but Where Goes Open Source?

Wolfgang Sommergut hat einen sehr interessanten Beitrag zu Microsofts Open-Source-Projekt WiX geschrieben. Obwohl ich dem Gesagten weitgehend zustimme, gibt es doch auch Punkte, wo ich eine etwas andere Auffassung vertrete.

Wolfgangs These, dass ein Service-orientiertes Business-Modell sehr viel schlechter skaliert als ein lizenzbasiertes, trifft sicher den Nagel auf den Kopf. Es bleibt die Frage, ob sich Open Source grundsätzlich auch für das Lizenzgeschäft eignet. Red Hat scheint diesen Weg jetzt zu gehen. Offiziell verkauft man zwar nach wie vor Service, doch die Konzentration auf Enterprise-Kunden und vor allem aber das Preismodell erinnern eher an das Lizenzgeschäft.

Für Microsoft gibt es einen weiteren Grund, sich mehr auf Open Source einzulassen. Open Source wird maßgeblich von der Anti-M$-Bewegung getragen. Wenn nun der vermeintliche Bösewicht selbst in der Community mitmischt, verschwimmen unweigerlich die Grenzen zwischen Gut und Böse. Dass Microsoft dadurch Liebkind bei Eric Raymond und Co. wird, glaube ich nicht. Denn es ist nicht das Closed-Source-Prinzip, was Microsoft das schlechte Image eingehandelt hat, sondern das Geschäftsgebaren und insbesondere der Erfolg. Es sind die Dollar-Milliarden, die viele als abstoßend empfinden.

Sollte sich also Microsoft verstärkt für Open Source engagieren und Unternehmen wie Red Hat zunehmend kommerziellen Erfolg mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie M$ haben, müsste sich die Protestbewegung einen neuen Aufhänger suchen. Bis der gefunden wird, vergeht wertvolle Zeit, in der sich noch mehr Lizenzen unters Volk bringen lassen. Während die Open-Source-Idee davon profitieren würde, wäre es für die Anti-M$-Bewegung ein schwerer Rückschlag.

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