Microsofts Anti-Spam-Lösung: Intelligent Message Filter für Exchange 2003

Mein Beitrag über den Intelligent Message Filter (IMF) für Exchange 2003 ist jetzt auch in der Online-Ausgabe der Computerwoche erschienen. Ich habe dort die Funktionsweise, die Stärken und die Schwächen beschrieben. Wir setzen den Filter nun seit einigen Wochen ein. Die Erfahrungen, die wir dabei sammeln konnten, sind im Großen und Ganzen recht positiv.

Der Filter bietet die Möglichkeit, Mails mit einer hohen Spam-Wahrscheinlichkeit bereits am Server herauszufiltern. Die Spam-Wahrscheinlichkeit wird durch den so genannten Spam Confidence Level (SCL) repräsentiert. Nachrichten, die der Filter mit einem geringeren SCL bewertet, lassen sich in den Junk-Mail-Ordner des jeweiligen Postfaches verschieben.

Obwohl der IMF sehr zuverlässig arbeitet, haben wir uns dazu entschieden, auf dem Server keine Mails auszusortieren. Natürlich müsste man die Anwender darüber informieren, dass dabei auch mal eine erwünschte Mail herausgefiltert werden kann. Auch wenn diese Gefahr für Mails mit einer hohen Spam-Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, bleibt beim Anwender doch eine gewisse Unsicherheit zurück. Anfragen bei der Systemverwaltung über eventuell verloren gegangene Mails sind da vorprogrammiert. Da es natürlich auch andere Gründe geben kann, weshalb eine erwartete Mail nicht angekommen ist (zum Beispiel weil sie nie abgeschickt wurde), würde hier unter Umständen unnötiger zusätzlicher Aufwand für die Systemverwaltung entstehen.

In der Installationsanleitung zum IMF ist ein Verfahren beschrieben, nach dem man geeignete Schwellenwerte für den SCL bestimmen kann. In unserem Fall ließ sich damit die optimale Einstellung ermitteln. Mails, die mit einem SCL von 4 oder höher bewertet werden (ganzzahlige Werte von 1 bis 9 sind hier möglich), verschiebt der IMF bei unserer Konfiguration in den Junk-Mail-Ordner des Postfachs. Von dort kann der Anwender gegebenenfalls dann falsch aussortierte Mails zurückholen.

Die Trefferrate bei dieser Einstellung liegt bei meinen Mails derzeit noch über 99 Prozent. Anwender haben mir aber auch schon von etwas schlechteren Werten berichtet. Die deutschsprachigen Spam-Mails mit ausländerfeindlichen Inhalten, die neulich vermehrt auftraten, hat der IMF nicht korrekt eingestuft. Bei den False-Positives (falsch aussortierte Mails), von denen ich erfahren habe, handelte es sich um automatisch erzeugte Mails oder um Newsletter. Diese Fälle stellen kein großes Problem dar, da ihr Ausbleiben in der Regel recht schnell auffällt. Die entsprechenden Absenderadressen können dann zur Liste der sicheren Absender hinzugefügt werden. Die Mails werden so in Zukunft vom IMF nicht mehr angetastet.

Da wir kürzlich sowieso auf Exchange 2003 migriert hatten, war die kostenlose Anti-Spam-Erweiterung sehr willkommen. Die Tatsache, dass nur Anwender, die bereits über Outlook 2003 verfügen, in den Genuss des Filters kommen, ist allerdings schon ein Problem. Inzwischen hat sich dieser Umstand herumgesprochen und nun wird natürlich die Systemverwaltung entsprechend bedrängt.

Computerwoche: Was taugt Microsofts neuer Spam-Filter?
Microsoft: Exchange Intelligent Message Filter
Microsoft Exchange Team Blog: Exposing SCL (Spam Confidence Level) in Outlook
GOT DOT NET: IMF Archive Manager: Home (Freeware zur Verwaltung aussortierter Mails)

Der Spam-Filter von Outlook 2003 beruht wie der IMF auf der von Microsoft patentierten SmartScreen-Technologie. Daher kann ein Blick in einen dieser Beiträge lohnenswert sein:

cyDome: Die Effektivität des Junk-Mail-Filters von Outlook 2003
cyDome: Die Funktionsweise des Spam-Filters von Outlook 2003
cyDome: Der Spam-Filter von Outlook 2003

cyDome: Ist der Einsatz von Spam-Filtern sinnvoll?

3 Kommentare

  1. Kommentar von Thilo am 14.07.04 14:41:

    Lieber Michael,

    was ist schlimmer? Eine Hand voll »False-Positives« oder versehentlich gelöschte »Negatives« in einem Berg voll Spammails?

    Spam betreffend kann ich dir diese Artikel ans Herz legen:
    http://lemming.name/000084.html
    http://lemming.name/000045.html
    http://lemming.name/000069.html

  2. Kommentar von Michael Pietroforte am 15.07.04 21:43:

    Ich denke, das ist gehupft wie gehoppelt.

  3. Trackback von lemming am 14.07.04 14:48:

    Microsofts jetzige Anti-Spam-Lösung: Itelligent Message Filter für Exchange 2003

    Michael Pietroforte schildert in seinem Artikel auf cyDome seine Erfahrungen mit dem IMF (Intelligent Message Filter) für Microsoft Exchange 2003. Sehr interessant sind die Berichte über s.g. False-Positives (falsch aussortierte Mails) die auftraten kö…