„RSS-Feed: tolle Technik, wenig Zuspruch“

Das ist die Überschrift eines Kurzbeitrags in der aktuellen Ausgabe der dotnetpro, ein Magazin für .NET-Entwickler. Nach einer Umfrage der Zeitschrift lehnen 57 Prozent der Befragten die Nutzung von RSS ab.

Als Begründung gaben sie an, dass die Informationsflut eh schon kaum mehr zu bewältigen sei. Immerhin, 43 Prozent fanden die Technik als solche interessant, aber nur 31 Prozent nutzen selbst RSS.

Ich denke, dass dieses Ergebnis typisch ist für die Einstellung von IT-Profis. Die relativ allgemeinen Inhalte, die die Newsdienste heute bereitstellen, sind für den IT-Worker kaum von Relevanz. Vielmehr interessiert sich dieser für Informationen, die ihm bei einem aktuellen Projekt weiterhelfen.

Weblogs sind da als Quellen schon interessanter, denn sie spezialisieren sich häufig auf einen relativ engen Themenkreis. Die Zahl der Blogs, die für die eigene Arbeit von Interesse sind, hält sich meist auch in Grenzen. Das Problem dabei ist aber, diese wenigen interessanten Blogs erst mal ausfindig zu machen, was vielen wohl zu aufwändig ist.

Meist wird der IT-Worker auch gar nicht so sehr an der täglichen Berieselung mit den neuesten Informationen interessiert sein. Stattdessen sucht er im Bedarfsfall gezielt nach Informationen für die Lösung eines Problems. RSS als viel gepriesene Lösung zur Bewältigung des Informationschaos wird zumindest für einen Großteil der IT-Profis vermutlich sobald nicht zur Wirklichkeit werden.

2 Kommentare

  1. Kommentar von Wolfgang Sommergut am 20.04.04 23:34:

    Zu einer solchen Einschätzung von RSS kommt man dann, wenn man darin nur eine Technik für News-Feeds sieht. Ihre Einsatzmöglichkeiten gehen aber weit darüber hinaus:
    Im Prinzip eignet es sich für fast alle Applikationen, wo sich Anwender im Pull-Verfahren über kontinuierlich stattfindende Änderungen in Datenbeständen informieren wollen. Dazu zählen etwa Workflow-Systeme, Paketverfolgung, Börsen- oder Wetterbreichte, etc.

  2. Kommentar von Wolfgang Büscher am 21.04.04 09:43:

    Diese Beurteilung kann ich auch nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht sind RSS-Clients die einzige Hoffnung, die Info-Flut einmal in den Griff zu kriegen (vor allem, wenn die Such- und Gewichtungsfunktionen noch etwas schlauer geworden sind). Ich habe grosse Mühe, mehrere Websites bzw. Weblogs zu verfolgen, da ich immer noch keinen vernünftigen RSS-Reader gefunden habe.