Spiegel Online verunglimpft Wikipedianer

“Gutmenschen unter sich? so lautet der Titel des Beitrags von Helmut Merschmann über den Wikimania-Kongress. Wenn man sich die Definition von „Gutmensch“ im Duden ansieht, muss man das wohl als Beleidigung auffassen:

(meist abwertend od. ironisch): [naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o.ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt.

Ich gebe zu, dass auch mich manchmal das für meinen Geschmack etwas übermäßige „soziale Element“ bei manchen Diskussionen um die Wikipedia stört. Einige betrachten alles als verachtungswürdig, was nicht ausschließlich zum Wohle der „Community“ getan wird. Jegliche Art von Kommerzialisierung ist für diese Leute tabu. Geld verdienen, so etwas tut man einfach nicht.

Allerdings handelt es sich dabei um eine Minderheit, wenngleich es häufig die sind, die am lautesten schreien. Die meisten Wikipedianer haben aber wohl einfach nur Spaß daran, gemeinsam an Texten zu arbeiten. Insofern ist die Bezeichnung „Gutmensch“ erstens sachlich nicht korrekt und zweitens eine Beleidigung für eine Heerschar von Autoren, die viel Zeit in dieses außerordentlich erfolgreiche Projekt investiert haben.

Vermutlich ist einem Journalisten, der seine Brötchen mit dem Verfassen von Texten verdient, einfach nicht wohl bei dem Gedanken, dass so viele bereit sind, ohne Entlohnung zu schreiben. Und am schlimmsten ist, dass die „Nachfahren der Homepagebastler“, wie der Spiegel einst witzelte, immer mehr Aufmerksamkeit erhalten und damit auch Leser binden.

Spiegl Online: Gutmenschen unter sich

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