Witzig: Bill Gates will Briefmarken für E-Mails einführen

Die Meldung ist schon ein paar Tage alt. Wieso ging da eigentlich noch kein Aufschrei durch die „freie Internet-Welt“? Oder habe ich da irgendetwas verpasst? Die Idee ist ja an und für sich genial. Wenn E-Mail kostenpflichtig wird, dann wird es künftig teuer für die Spammer. Ich bin mir sicher, dass Gates auch gerne den Verkauf der Briefmarken organisieren würde.

CNN: Gates: Buy stamps to send e-mail
via Tejas Patel

8 Kommentare

  1. Kommentar von Daniel am 11.03.04 09:29:

    Der Aufschrei hätte eigentlich schon früher kommen müssen, da auch diese Idee wiedermal nicht ganz neu ist. Wer Esther Dyson „Release 2.0“ gelesen hat, dem sollte sie doch bekannt vorkommen. Bemerkenswert daran, das Buch ist von 1997.

    daniel

  2. Kommentar von Wolfgang Sommergut am 11.03.04 10:36:

    Sogar die Tagespresse hat schon vor längerer Zeit darüber geschrieben:

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/64/27037

    Aber vermutlich halten die meisten den Vorschlag für so unrealistisch, dass sie sich gar nicht darüber aufregen.

  3. Kommentar von Michael Pietroforte am 11.03.04 21:03:

    Daniel, es hängt ja immer davon ab, wer eine Äußerung dieser Art macht.

    Zunächst hielt ich das ganze auch für einen Scherz. Tatsache ist, dass man das SPAM-Problem nur durch eine grundlegende Änderungen des E-Mail-Verkehrs in den Griff bekommen wird. Entsprechende Pläne gibt es wohl bei Microsoft. Heute haben wir 62 % SPAMs im Netz. Wenn es demnächst 92 % sind, wird vielleicht der ein oder andere auch bereit sein, auf ein kostenpflichtiges SPAM-freies Mail-System umzusteigen. Unrealistisch? Wer hätte gedacht, dass es so viele gibt, die auch kostenpflichtige Musiktitel bei Napster herunterladen würden?

  4. Kommentar von Daniel am 12.03.04 10:08:

    Michael, ich zweifle nicht an der Idee und ich hab auch nichts dagegen, irgendwie muss das mit den Werbeemails anders geregelt werden, nur muss es wieder ein Microsoftidee sein ? Wo die noch nicht mal von MS ist. Die Briefmarkenidee ist ja nicht schlecht, aber wer verkauft diese und wer wacht darüber ? MS ist für mich nicht die korrekte Kontrollbehörde. Außerdem werde ich dann bestimmt genötigt Outlook zu benutzen, da dieser Mechanismus zufällig nur damit funktioniert.

    Also die Idee ist gut, aber ihre Umsetzungsfähigkeit fragwürdig. Ich würde hier eher etwas auf der Protokollebene machen, indem eine entsprechende Mail durch ein bit (in welcher Art auch immer, Protokolle sind für mich immer noch ein Greul) als Werbemail gekennzeichnet wird und damit ich im vorraus entscheiden kann ob ich diese Mail haben will oder nicht.

    Naja da müssen noch mehr drüber nachdenken.

    Schönes Wochenende und danke fürs lesen.
    daniel

  5. Kommentar von jochen am 12.03.04 14:13:

    Heise bringts auf den Punkt:
    „Briefmarken für E-Mails sind also eine tolle Idee — allein, sie dürften nicht funktionieren. Bisher hat jedenfalls noch niemand eine Erfolg versprechenden Vorschlag gemacht, wie sich die Idee in die Realität umsetzen ließe: Dazu müsste die gesamte weltweite E-Mail-Infrastruktur für die Behandlung von Briefmarken umgebaut werden. Ganz abgesehen davon dürfte es wohl einige Akzeptanzproblem geben: Welcher User will schon eine Art Strafgebühr für E-Mails bezahlen, damit er diejenigen, die an Spam verdienen, los wird.“
    http://www.ct.heise.de/newsticker/meldung/44859

    Also warum aufregen?
    j.

  6. Kommentar von Martin am 12.03.04 15:49:

    Ich hab nie so recht verstanden, warum es überhaupt soviel Spam gibt. Klar hab ich auch schon „sinnvollen“ Spam erhalten, aber diese ganzen Viagramails und Co … wer verdient daran, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand darauf reagiert und irgendwas kauft (, wenn das in den Mails überhaupt möglich ist – hab noch nie eine geöffnet). Aber gerade diese Sorte Spam macht bei meinen Postfächern den Bärenteil aus.

  7. Kommentar von Michael Pietroforte am 13.03.04 10:17:

    Daniel ich denke auch, dass sich dieses Problem rein technisch, also durch eine Reformierung von SMTP in den Griff bekommen lässt. Und Jochen, was die Machbarkeit eines kostenpflichtigen Mail-Sytems angeht, würde ich dem Heise-Artikel widersprechen. Denkbar wäre etwa die Einführung eines Systems, das parallel zum traditionellen SMTP läuft. Ein kompletter Umbau des alten Systems ist überhaupt nicht notwendig.

    Provider, die daran teilnehmen, werden zur Kasse gebeten. Der Provider gibt dann seinerseits die Kosten an seine Kunden weiter. Auch heute schon ist das Internet nicht kostenlos. Der einzige Unterschiede wäre, dass für spezielle Services zusätzliche Kosten anfallen würden. Wenn ich heute eine eigene Website betreibe, zahle ich in der Regel auch eine Volumengebühr. Gerade für Unternehmen wäre so ein "High-Quality-MTP" interessant.

    Die Kosten, die heute durch SPAM entstehen sind enorm. Man denke nur daran, wie viel Zeit damit verschwendet wird, all die SPAMs zu löschen. Über zusätzliche Dienste wie beispielsweise Antiviren-Filter könnte man die Attraktivität von "HMTP" noch erhöhen. Martin, die SPAMMER verdienen, weil unter Millionen von Empfängern immer ein paar wenige dabei sind, die auf das Angebot ansprechen. Deshalb wäre der Spuk auch schnell vorbei, wenn eine Mail auch nur den Bruchteil eines Cents kosten würde.

    Damit mich hier keiner falsch versteht, ich bin nicht grundsätzlich für ein kostenpflichtiges Mail-System. Nur, wenn jemand wie Herr Gates so einen Vorschlag macht, muss man schon davon ausgehen, dass das Ganze nicht vollkommen absurd ist, auch wenn es sich vielleicht zunächst so anhört.

  8. Kommentar von Martin am 13.03.04 18:02:

    Herr Gates hat sich auch schon geirrt:

    „640K sollte genug für jedermann sein.“
    Bill Gates, 1981 http://www.maxeiner-miersch.de/dumm_gelaufen.htm

    Nichtsdestotrotz glaub ich auch, dass es sich realisieren ließe. Wenngleich mir eine kostenlose, technische Problembekämpfung wesentlich besser gefallen würde.