Blogger als erfolgreiche Medienunternehmer

In den USA gibt es die ersten kleinen Medienunternehmen, die mit ihren zahlreichen Weblog-Angeboten Geld verdienen. Janko Röttgers stellt in der Frankfurter Rundschau einige Beispiele vor: darunter das Weblog-Business von Jason Calacanis sowie von Nick Denton. Letzterer verdient allein mit seinen beiden Weblogs Gawker und Gizmodo im Monat rund $6.000. Vergleichbare Modelle gibt es bislang in Deutschland nicht. Die Erlöse für Google Adwords liegen bei den erfolgreicheren deutschen Weblogs gerade einmal bei max. einigen 100 Euro im Monat.

Das Weblog-Business (zumindest in den Vereinigten Staaten) wird immer professioneller. Verlage erhalten dadurch kleine, aber flexible neue Konkurrenten. Schließlich ist es für einen Journalisten relativ leicht und durchaus erschwinglich, ein eigenes Medien-Angebot als Weblog aufzusetzen. Und die Chancen sind enorm: Immerhin verdient der Weblog-Publisher Nick Denton mit seinen zahlreichen Angeboten laut Business 2.0 bereits rund $250.000 im Jahr.

"Anders als klassische Weblogs setzt Herausgeber Nick Denton wie sein Kollege Calacanis auf ein professionelles Verlagsmodell mit eigener Anzeigenabteilung. Neben Gawker betreibt er das Gizmodo-Weblog für Handys, PDA und anderes technisches Spielzeug, ein Erotik-Weblog und ein Blog, das sich mit Washington beschäftigt. Ein weiterer Ableger für Cineasten ist geplant. Zur Höhe seiner Werbeeinnahmen will sich Denton nicht äußern. Er spricht nur von zehn Millionen Seitenzugriffen pro Monat.

(...) Calacanis entlohnt seine Redakteure, indem er ihnen die Hälfte der Werbeeinnahmen zukommen lässt. Denton bezahlt lieber moderate Honorare und rät Autoren, nicht ihren sicheren Job für eine riskante Existenz als freier Blogger aufzugeben. Calacanis geht davon aus, in einigen Jahren könnten sich fünf Prozent aller Weblogs als Geschäft rechnen."

Anders als in den USA haben die Business-Weblogs in Deutschland noch keine relevante Verbreitung erfahren. Einige kleine Themen-Segmente werden zwar von ihnen bedient, aber wirklich bedeutsam sind die Weblogs innerhalb der deutschsprachigen Medienöffentlichkeit noch nicht. Je mehr Aufmerksamkeit Weblogs durch interessante Themen und ihre Vernetzung auf sich lenken, desto eher werden sie tatsächlich als Konkurrenz empfunden. Noch sind es nur Spielereien, die von den Verlagen nicht wirklich ernst genommen werden. Warum auch? Die Verbreitung der professionellen Weblogs ist dazu viel zu gering. Solange die Verlagsangebote ein qualitiv hochwertiges Onlne-Angebot bieten, werden sie den Kampf um die Eyeballs sicherlich für sich entscheiden. Und damit auch leichter Gewinne erzielen können.

Das könnte sich ändern, wenn die ersten Weblogs in Deutschland höhere Zugriffszahlen aufweisen und zudem zu großen Nischenplayern werden. In Special-Interest-Bereichen können Weblogs durchaus ihr Publikum finden, vorausgesetzt, ihr inhaltliches Angebot kann seine Leser überzeugen.

>>Frankfurter Rundschau: Beruf Weblog-Autor
>> Business 2.0: What Makes Nick Tick?
>> Heiko Hebig: Warum in die Ferne schweifen

Verfasst von: klauseck am 10.06.04, 16:47
Kommentare

Nick Denton hat mit Art of Speed für Nike neue Maßstäbe im Weblog Business gesetzt. Sein Unternehmen Gawker Media hat ein Advertainment-Weblog mit 15 Kurzfilmen zum Thema Geschwindigkeit und Rennen von Nike realisiert.


Verfasst von: Klaus Eck am 11.06.04, 09:24
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